»Jetzt ist er ruhig,« sagte Felix leise – »aber wo ist Paula? Laß sie nicht so lange allein, Herz – ihre trüben Gedanken kommen wieder. Denke, was das arme Kind verloren hat!«

»Was ich verloren habe,« flüsterte Helene, die Stirn auf des Gatten Haupt lehnend.

Draußen im Vorsaal hatte einer der Diener eben das Theegeschirr herausgebracht und auf einen Tisch gestellt, um es der Herrschaft hinein zu tragen, als sich die Hausthür öffnete und eine schwarz gekleidete Dame, das Gesicht verschleiert, eintrat.

»Ist Deine Herrschaft zu Hause?«

»Ja, gnädige Frau,« sagte der Diener, über die plötzliche, eigenthümliche Erscheinung fast erschreckt, »wen habe ich die Ehre zu melden?«

»Niemanden,« sagte die hohe, stattliche Frau, aber mit fast tonloser Stimme, »ich werde mich selber melden.«

»Bitte um Verzeihung, ich...« wollte der Diener einwenden, aber eine gebietende Bewegung der verschleierten Dame, die ihm wie eine Erscheinung vorkam, scheuchte ihn zurück, und diese schritt jetzt selbst auf die Thür zu und öffnete sie.

»Meine Helene,« rief Felix, das Antlitz zu der Gattin emporhebend und ihrem Kuß begegnend, »mein liebes, süßes Herz, vertraue auf die Zeit, die auch Dir das Verlorene bringen kann!«

Die Thür öffnete sich, eine schwarz gekleidete Gestalt stand auf der Schwelle. Felix hatte das Geräusch gehört und wandte den Kopf dorthin. Er fuhr überrascht in seinem Stuhl empor. Eine Dame – unangemeldet Abends in seinem Zimmer?

»Was ist das?« flüsterte Helene.