»Ich hoffe so, – die Gegend – ist so unendlich ansprechend.«

»Da haben Sie Recht, meine Gnädigste,« lächelte der alte Herr; »es sollte Ihnen schwer werden, in Deutschland einen schöneren Punkt zu finden, wenn es auch vielleicht noch viele eben so schöne in unserem Vaterlande geben mag – aber wollen die Herrschaften nicht Platz nehmen?«

Die Damen setzten sich auf das Sopha, die Herren nahmen Stühle, und das Gespräch wurde jetzt, da es an Stoff nicht fehlte, allgemein. Auch Helene, da Felix und Graf Monford Theil daran nahmen und das Auge der Gräfin nicht mehr allein auf ihr haftete, fühlte sich mehr erleichtert und unbefangener.

»Aber Sie sind doch jedenfalls eine Deutsche, Frau Gräfin?« sagte Graf Monford, als Helene eben von ihren Kindern erzählt und wie sie sich gestern an dem Jahrmarkt gefreut; »Sie sprechen wenigstens vortrefflich Deutsch, und man hört Ihnen nicht einmal einen Dialekt an.«

»Allerdings,« erwiderte Helene, tief erröthend, »ich bin in Deutschland geboren, wenn auch größtentheils in einem transatlantischen Land erzogen.«

»Sie haben übrigens recht gethan, von da drüben wegzuziehen,« sagte der alte Herr; »mein Gott, muß das jetzt in dem Amerika eine Wirthschaft sein! Der Krieg nimmt gar kein Ende und dauert doch schon über Jahr und Tag.«

»Wir kommen nicht aus den nordamerikanischen Freistaaten,« erwiderte Felix, »und haben, wo wir wohnten, wenig von dem Bürgerkrieg selbst gehört. Unser Aufenthalt« – und sein Blick ruhte dabei wie völlig absichtslos auf der Gräfin – »lag in Brasilien.«

»In Brasilien?« sagte diese fast unwillkürlich.

»Ei, das laß ich mir eher gefallen,« rief aber auch Graf Monford; »dort sollen doch wenigstens geregeltere Zustände sein, wenn man sich eben mit der vielleicht nicht immer angenehmen Hitze befreunden kann. Ich habe selbst einen etwas weitläufigen Verwandten in Rio. Wo haben Sie gelebt?«

»In einer der südlicher gelegenen Colonien,« sagte Felix, einer directeren Antwort noch vor der Hand ausweichend.