Keine Spur von Befangenheit war dabei in ihr zu entdecken, kein Zeichen einer innern heftigen Bewegung, wie eine solche Entdeckung, als die eben gemachte, sie eigentlich doch hervorgerufen haben sollte. Sie war vornehm, wie immer, wenn auch gesprächiger, als sie sich bis jetzt gezeigt, und Graf Rottack konnte und wollte seinen Besuch auch nicht über die gewöhnliche Zeit hinausdehnen. Der Same war jedenfalls geworfen und das Korn mußte Früchte treiben.
Nicht lange danach empfahlen sich die jungen Leute der gräflichen Familie, wobei der alte Herr noch den Wunsch aussprach, daß sie öfter zusammenkommen möchten; die junge Frau hatte jedenfalls einen sehr günstigen Eindruck auf ihn gemacht, wie sie sich im Sturm schon Paula's Herz erobert. – Der Wagen fuhr vor, und bald rollte das leichte Fuhrwerk mit ihnen wieder in die Stadt zurück.
8.
Fräulein Bassini.
Eine lange Weile saßen die beiden Gatten schweigend neben einander im Wagen. Es war ordentlich, als ob sich beide scheuten, ein Gespräch zu beginnen. Endlich sagte doch Helene mit leiser Stimme:
»Sie ist eine recht, recht stolze Frau – oh, es wird schwer halten, dieses Herz zu bezwingen!«
»Meine arme Helene!«
»Ob sie nicht ahnte, daß ich ihr näher stehen könnte, als sie erfuhr, daß wir aus Brasilien kämen?«
»Liebes Herz,« sagte Felix leise, »sie weiß jetzt, daß Du ihre Tochter bist...«
»Sie weiß es?« rief Helene erschreckt.
»Ich habe ihr den Namen jener Frau genannt.«