»Und sind Sie jetzt bereit?«
»Wollen Sie wirklich noch mit mir gehen?«
»Gewiß, das ist ja eine verabredete Sache – haben Sie denn die Wohnung indessen aufgefunden?«
»Sie ist gar nicht weit von hier, gleich in der nächsten Straße.«
»Schön, Jeremias – ich will nur meinen Überrock anziehen, und dann gehen wir zusammen.«
Er war auch in wenigen Minuten wieder im Garten und schritt mit Jeremias, der sich unterdessen Helenen empfohlen, auf die Straße hinaus und dem bezeichneten Hause zu.
Unterwegs wurde wenig gesprochen, Felix war noch mit seinen eigenen Gedanken beschäftigt – er arbeitete gegen die Furcht an, welche heute das kalte, gefaßte Benehmen von Helenens Mutter in ihm wach gerufen, seiner armen Frau wegen, und Jeremias fühlte sich noch viel mehr von dem Gedanken dieses ersten Begegnens niedergedrückt; denn wenn es auch ein schönes und erhebendes Gefühl sein mag, einen begangenen Fehler wieder gut zu machen, eine alte, langjährige Schuld abzutragen, ist doch auch das Bewußtsein drückend, dabei einzugestehen, daß man eben schlecht und leichtsinnig gehandelt und Reue über das Vergangene fühle.
So hatten sie, rascher als Beide selber geglaubt, die Strecke zurückgelegt, die sie von dem von Jeremias bezeichneten Hause trennte, und hier blieb der kleine Mann plötzlich stehen, drückte sich unter die Thür und sagte:
»Mir ist genau so zu Muthe, als ob ich mir einen Zahn wollte ausreißen lassen – Hurrjeh, ich wollte, die Geschichte wäre erst vorüber!«
»Wohnt sie hier?«