„Nu — was soll denn hier mit den Sachen werden?“ fragte in diesem Augenblick eine Stimme hinter ihm, und als er sich umdrehte, stand eine Art Zwitterding von Postillon und Hausknecht, oben in Uniform und unten in Unterhosen und Pantoffeln, mit einer Nachtmütze auf dem Kopfe und einer Stallaterne in der Hand, neben ihm, und deutete auf die neben ihm aufgeschichteten Koffer und Hutschachtel. „Es kommt heute Abend keine Post mehr.“
„So? — das thut mir leid“, sagte Herr Mahlhuber ganz in Gedanken, „oder es macht eigentlich nichts“, setzte er dann sich besinnend hinzu, „denn ich werde hier übernachten“.
„Hier — in der Post?“ fragte der Mann und leuchtete ihm erstaunt ins Gesicht.
„Nun, wird hier nicht gleich ein Wirthshaus gehalten?“ fragte der Reisende, etwas unangenehm überrascht, „man hat es mir doch gesagt.“
„Wirthshaus? — ne, nich so recht — die Schenke ist da drüben“, lautete die etwas barsche Antwort.
„Hm!“ sagte der Commerzienrath und sah etwas mistrauisch nach dem niedern düstern Gebäude hinüber, in dessen unterer Stube nur Licht brannte, „und kann man da etwas zu essen und ein gutes Bett bekommen?“
„Zu essen, ja“, sagte der Mann und leuchtete über die Koffer hin, nach deren Zustand den Passagier selber zu beurtheilen, „gutes Bett aber ne, wenn Sie nicht auf der Streu mit den Fuhrleuten schlafen wollen.“
„Auf der Streu schlafen?“ wiederholte der an jede häusliche Bequemlichkeit gewöhnte Mann entsetzt, „wie kann ich auf der Streu schlafen?“
„Ja das weiß ich nich, wenn Sie’s nicht wissen“, sagte der halbe Hausknecht gleichgültig, „aber sollen die Koffer hier auf der Straße stehen bleiben?“
„Und in der Post ist keine Möglichkeit unterzukommen?“