Das junge Mädchen an seiner Seite war, außer dem jungen blonden Mann, der noch gar nicht verstand, um was es sich hier eigentlich handelte und ein etwas verdutztes Gesicht in das allgemeine Vergnügen hinein machte, die Einzige von den Zuschauern gewesen, die nicht gelacht hatte; oder sie wollte es auch vielleicht verbergen, denn sie bog das Köpfchen, wie der Blonde in den Wagen stieg, tief nieder, als ob sie den Ausdruck ihres Gesichts — vielleicht das ganze Gesicht verbergen wollte. Während des von weiblicher Seite leidenschaftlich genug geführten Gesprächs sagte sie auch kein Wort, und in der That ließ auch die Dame in dem papagaigrünen Hute, in dem Bewußtsein ihrer schändlich misbrauchten hülflosen Lage, Niemand Anderes zu Worte kommen.
„Aber, liebste Madame —“, sagte der Commerzienrath in einem trostlosen Versuche sie zu besänftigen.
„Gehen Sie mir mit Ihrer Madame“, schrie die Frau, „schaffen Sie mir meine Schuhe — Herr! Wer gibt Ihnen ein Recht hier, anderer Leute Schuhe zum Fenster hinauszuwerfen?“
„Aber ich will sie Ihnen mit größtem Vergnügen bezahlen —“
„Und was zieh’ ich denn jetzt an? Soll ich etwa barfuß oder in Strümpfen in Bamberg zu einem Schuster laufen?“
„Ich würde Ihnen gern ein Paar von den meinigen —“
„Haben Sie Schuhe bei sich?“
„Schuhe? Nein, aber Stiefel —“
„Glauben Sie, daß ich in Männerstiefeln in der Stadt herumlaufen soll?“ rief die Schöne entrüstet, „nein, ist schon Jemandem eine solche Unverschämtheit vorgekommen?“
„Aber was um des Himmels Willen verlangen Sie, das ich thun soll?“ rief der Commerzienrath in Verzweiflung, „das Unglück ist einmal geschehen und ich kann nicht mehr thun, als daß ich Ihnen selber überlasse zu bestimmen, was ich thun soll.“