Der Commerzienrath hatte sich schon abgewandt, um in sein Schlafzimmer zu treten, drehte sich aber in der Thür noch einmal um und sagte freundlich:

„Ich bin wieder da, Dorothee, und ich bleibe auch hier und gehe nicht wieder fort, und wenn der Mosje, der Doctor Mittelweile, kommt —“

In dem Augenblick klopfte es an die Thür, und ehe nur Jemand „Herein“ oder „Nicht herein“ rufen konnte, ging diese auf und der Doctor selber stand auf der Schwelle.

„Aber nun sagen Sie mir um Gottes Willen, Commerzienrath —“

„Guten Morgen, Doctor“, erwiderte der Commerzienrath, immer noch dabei seine Mütze auf, seinen Reisesack an der Hand und Rock und Regenschirm unter dem Arme.

„Was in aller Welt treibt Sie denn in zwei Tagen schon wieder zurück?“ rief dieser, „ich glaubte Sie wohlbehalten jetzt in München. — Was ist Ihnen denn passirt?“

„Ich will Ihnen etwas sagen, Doctor“, erwiderte der Commerzienrath mit einer finstern dumpfen Entschlossenheit in der Stimme, „und Ihnen auch, Dorothee — hat der Vetter schon gegessen?“

„Ja wol, Herr Commerzienrath, ich danke Ihnen recht schön“, rief dieser und wand sich, froh so abzukommen, wie ein Ohrwurm zur Thür hinaus. Der Commerzienrath sah ihm nach, bis er diese hinter sich ins Schloß gedrückt, und fuhr dann ruhig, aber mit vollkommen entschlossener Stimme fort:

„Gerade ehe Sie eintraten, Doctor, habe ich es der Dorothee gesagt, ich bin wieder da, und was mehr ist, ich gehe auch nicht wieder fort. Weshalb ich so rasch zurückgekommen bin, geht Niemandem etwas an, es braucht mich auch Niemand darum zu fragen, denn ich bin alt genug zu wissen, was mir gut und nützlich ist und was nicht. Sie haben mich doch alle Beide verstanden?“

„Ja wol, bester Herr Commerzienrath, aber —“