„O, der junge Baron Berger?“ —

„Er trug einen vollen Bart.“

„Ganz recht, der Bräutigam von Klara Paßwitz.“ —

„Berger?“ sagte Elisabeth, nachdenklich mit dem Kopf schüttelnd, „den Namen habe ich in meinem ganzen Leben nicht gehört.“ —

„Er stammt, wie er sagt, aus einer englischen Familie,“ fuhr Rosa fort; „aber er selber muß ein Landsmann sein, denn er versteht sehr gut deutsch.“ —

„Wie meinst Du das?“ frug Elisabeth, der die Worte mit einer gewissen Betonung gesprochen schienen. —

„Gutes Herz,“ sagte aber Rosa, „wenn Dich der junge Herr so interessirt, so erzähl’ ich Dir viel von ihm. Wir haben überhaupt so viel zu plaudern und zu besprechen, Kinder, daß ich noch gar nicht sehe, wie wir fertig werden wollen.“

Viertes Kapitel.
Der Besuch.

Die Frau Professorin Perler hatte Mann und Tochter nicht an das Boot begleiten können, um ihre lieben Gäste zu empfangen; denn die telegraphische Depesche, die ihr Eintreffen anzeigte, war erst an dem Morgen angelangt und da natürlich noch so viel im Haus zu thun und zu ordnen, daß sie nicht daran denken konnte, es zu verlassen. Behielt sie doch auch wirklich — nachdem Alles endlich in den gehörigen Stand gesetzt — kaum nur so viel Zeit übrig, um sich in ihren Staat zu werfen, als der Wagen mit dem Gepäck schon vor die Thür rasselte und bald darauf auch die Erwarteten eintrafen.

Das war jetzt ein Fragen und Erzählen unter den fröhlichen guten Menschen, und die Frau Professorin führte dann den Herrn Justizrath in sein Zimmer hinauf, das sie ihm eingerichtet hatte, als ob er sich dort für Lebenszeit einquartieren solle, und Rosa nahm Käthchen und Elisabeth unter den Arm und sprang mit ihnen nach deren Gemach, das eher einem Puppenstübchen aus dem Feenreiche, als einem Wohnort für irdische Wesen glich. Dann sollten sie begreiflich noch einmal zu Mittag speisen, was aber natürlich entschieden abgelehnt werden mußte, denn es war kaum vier Uhr vorbei und nur dem Kaffee konnte und wollte der Justizrath nicht ausweichen, der hinunter in die mit schon reifen Trauben behangene Weinlaube getragen und dort mit einer guten Cigarre genossen wurde.