„Und ich weiß wirklich nicht recht weßhalb!“ rief Rosa; „denn Berger ist in der That ein liebenswürdiger Mensch und, wenn er nicht gerade seine ‚finstere Stunde‘ hat, wie wir es nennen, fast ausgelassen lustig und dabei unerschöpflich in geselliger Unterhaltung. Wir haben einige wirklich herrliche Abende in seiner Gesellschaft verlebt, und da hat er sich so liebenswürdig gezeigt, daß ich ihm selber gut sein könnte.“
„Dann überläßt ihn Dir Klara vielleicht,“ lachte Käthchen, „und damit wäre euch am Ende Beiden geholfen.“
„Aber Käthchen!“ rief Rosa vorwurfsvoll, „Du bist doch ein ausgelassen Ding geworden.“
„Ach was,“ lachte Käthchen, „wunderbarere Sachen sind schon vorgekommen. Ist er denn hübsch?“
„Sehr hübsch,“ sagte Rosa, die auf den Scherz der Freundin einging, „und sehr reich dabei.“
„Also, was willst Du mehr?“ neckte Käthchen, „unter solchen Umständen kannst Du Dich schon einmal für eine Freundin opfern.“
„Und von was unterhalten sich die jungen Damen?“ rief auf einmal die fröhliche Stimme des Justizraths.
„Und von was sonst, als jungen Herren, Papa,“ lachte Käthchen, als ihnen plötzlich der Vater mit dem Professor und seiner Gattin aus einem der Seitengänge entgegen kam, und rief mit der kecken Antwort hohes Roth auf die Wangen ihrer Schwester und Freundin.
„Ei ei ei ei,“ sagte der Professor; „aber so lange es die junge Gesellschaft noch so frischweg eingesteht, hat es wohl nicht viel zu sagen; wie, Rosa?“