„Nein, Papa, ich glaube auch nicht,“ lächelte das junge Mädchen, „wir haben uns von Klara’s Bräutigam unterhalten.“

„Von dem jungen Berger — ach ja, der ist ja vorhin mit eurem Dampfer wieder nach Bonn gekommen. Er soll mit Paßwitz’ Tochter verlobt sein.“

„Paßwitz? wie geht es dem?“ rief der Justizrath.

„O gut,“ lächelte der Professor, „er ist noch immer der alte Sonderling, aber in den letzten Jahren merkwürdig grau geworden.“

„Und führt ihm die alte Isabel noch die Wirthschaft?“

„Genau wie früher und tyrannisirt das ganze Haus — wir wollen morgen einmal hinüber gehen und sie besuchen. — Heute wird aber Nichts mehr vorgenommen, denn heute gehört ihr vollständig uns und nicht einen Fingerbreit lassen wir euch aus — nicht wahr, Alte?“

„Das versteht sich,“ nickte freundlich seine Frau dazu, „denn lange genug haben wir uns auf die Zeit vergebens gefreut, wo uns der Herr Justizrath einmal wieder die Ehre schenken würde.“

Dabei blieb es, den Justizrath drängte es auch gar nicht aus dem ihm selber so lieben Kreise fort, und die kleine Gesellschaft verbrachte den Abend froh und glücklich in den eigenen Räumen.

Am nächsten Tag wurden Besuche gemacht, und zwar zuerst die Staatsvisiten, die den Besuchten gerade so langweilen wie den Besuchenden und beiden Theilen unausstehlich sind, von denen sie sich aber doch stets einreden, daß sie nun einmal „nöthig und schicklich“ wären und nicht umgangen werden könnten.