„Gleich hier an der Reihe,“ rief Rosa, „mit Herrn von Berger.“

„Ich sehe also, mein gnädiges Fräulein,“ rief der junge Mann, im Begriff, ihr die nöthigen drei Worte in einem kurzen Satz zu sagen.

„Halten Sie ein,“ lachte aber Elisabeth, von einem plötzlichen Gedanken erfaßt, „ich sage Ihnen, woran Sie in diesem Augenblick denken, ohne daß Sie mir die geringste Andeutung geben.“

„Und Sie wollen wirklich meine Gedanken errathen?“ lächelte Berger, während ein spöttischer Zug um seine Lippen zuckte.

„Stellen Sie mich auf die Probe.“

„Gut — also mein gnädiges Fräulein, an was denke ich in diesem Augenblick? Sie dürfen dreimal rathen, aber machen Sie sich auf ein Pfand gefaßt.“

„Ich beanspruche nur eine Chance,“ sagte Elisabeth, indem sie ihn fest ansah, „Sie denken in diesem Augenblick an einen ganz ähnlichen Unfall, der Ihnen vor etwas über vier Monaten — am ersten Mai — in Hoßburg begegnete. Hab’ ich Recht?“

Es war fast, als ob in dem Augenblick Berger’s Wangen die Farbe verlassen hätte. Er sah das junge Mädchen für einen Moment stier, fast wie bestürzt an — aber es war auch wirklich nur ein Moment, denn schon im nächsten schüttelte er lächelnd mit dem Kopf und sagte: „Ihr Pfand ist fällig, mein gnädiges Fräulein, ich war nie in Hoßburg.“

„Sie waren nie in Hoßburg?“ frug Elisabeth rasch.

„Nie,“ erwiederte Berger ruhig, „obgleich ich mich erinnere, im vorigen Jahr einmal mit der Bahn vorbeigefahren zu sein. Keinesfalls ist mir etwas Aehnliches dort begegnet, ich konnte also auch nicht daran denken. Sie haben Ihr Pfand verwirkt, mein gnädiges Fräulein.“