„Ferdinand?“
„Berger mein’ ich.“
„Herr von Berger ist abgereist? so rasch?“ rief Elisabeth erstaunt.
„Ja, — er wollte eigentlich noch länger bleiben, fand aber gestern Abend, als er nach Hause kam, noch einen Brief von seinem Verwalter, der ihn rasch zurückrief, um auf seinem Gut Manches zu reguliren. Er hat einen Baumeister draußen, der ihm viel Aerger zu machen scheint. Vor einer Stunde etwa war er noch bei uns, — und ist dann gleich mit dem Zehnuhrboot stromauf gegangen.“
„Das thut mir wirklich leid,“ sagte Elisabeth, „und Professors werden es besonders bedauern.“
„Er hat mir noch herzliche Grüße für euch Alle aufgetragen,“ sagte Klara, „wäre auch gern noch selber herüber gekommen, aber zu so früher Stunde ging das doch nicht, und er konnte seine Abreise nicht aufschieben. Möglich aber, daß er bis dahin wieder zurück ist. Er hat meinem Vater versprochen, er wolle seinen Aufenthalt auf dem Gut so viel als nur irgend möglich abkürzen. Man reist ja jetzt so schnell.“
„Deinem Vater hat er das versprochen?“ lächelte Elisabeth, „das hätte er eigentlich Dir versprechen sollen.“
Wieder zeigte sich der schmerzliche Zug um Klara’s Lippen, und Elisabeth fühlte, wie sich der Arm der Freundin fester um sie legte.
„Klara,“ sagte sie da herzlich und von einem plötzlichen Gefühl ergriffen, „Du bist nicht glücklich — nicht so glücklich wenigstens, wie eine Braut sein sollte — Du kennst mich noch so wenig, aber wenn Du mein Herz sehen könntest —“