„Ich bat mir Bedenkzeit aus, nur bis zum anderen Tag, und rücksichtsvoll gestand er mir das zu und dann — dann kam unsere alte Bella, der er es muß angethan haben, denn in ihren Augen scheint er ein Gott, so unerschöpflich war sie und ist sie stets in seinem Lob.“
„Aber was hat eure alte Bella mit Deinem Herzen zu thun, Schatz? Du wirst Dich doch nicht von ihr haben überreden lassen?“
„Du kennst die Verhältnisse in unserem Hause nicht, Lily,“ seufzte Klara. „Meine Mutter habe ich nie gekannt, und Vater war von da an immer in fremden Händen. Er ist auch seelengut, aber entsetzlich schwach, und die alte Bella, die uns nun schon seit fünf Jahren die Wirthschaft führt und ihn einst in einer sehr schweren und bösen Krankheit mit wirklicher Aufopferung gepflegt, gilt Alles bei ihm. Sie selber hängt dafür mit seltener Treue an ihm, und daß ich, die eigene Tochter, von ihm geliebt werde, hat sie ordentlich eifersüchtig gegen mich gemacht. Ich fürchte auch fast, ihr Drängen und Treiben gilt eben so viel dem Wunsche, mich zu entfernen und ganz allein Herrin im Hause zu sein, als ihrem Entzücken und ihrer Bewunderung für meinen Bräutigam.“
„Und Du willigtest ein?“
„Vater und Bella drängten in mich, seinen Bitten Gehör zu geben — ich selber war ihm ja gut, denn seine glänzenden Eigenschaften hatten mich bestochen, es schmeichelte meiner Eitelkeit, daß er mich vor Allen bevorzugte — ich wußte, wie ich seinethalben beneidet wurde, und — als er am nächsten Morgen kam —“
„Da willigtest Du ein?“
„Ja,“ hauchte Klara.
„Und bereust Du es jetzt?“ flüsterte Elisabeth.