Elisabeth schüttelte mit dem Kopf.
„Ich plaudere nun schon eine geraume Weile mit Dir,“ sagte sie lächelnd, „und kann noch immer nicht dahinter kommen, was Du eigentlich gegen ihn hast. Daß er spielt, — ja, ich gebe zu, das ist bös, aber Dir zu liebe läßt er es doch vielleicht — und sonst? — denn Du wirst mir zugeben, das allein ist kein Grund, an seiner Liebe zu Dir zu zweifeln.“
„Ich kann Dir auch keinen bestimmten Grund weiter dafür nennen, Herz,“ sagte Klara seufzend, „es liegt in so tausend kleinen Einzelnheiten, die an sich vollkommen unbedeutend scheinen, und nur im Ganzen und Zusammenwirken dieses Gefühl, diese Furcht in mir hervorgerufen haben. Ich wollte, Du selber könntest ihn einmal einige Zeit beobachten — und vielleicht ist das möglich, wenn er bald zurückkehrt.“
„Und kannst Du mir keine einzige dieser ‚kleinen Einzelnheiten‘ nennen, Klärchen? vielleicht wäre ich dann jetzt schon im Stande, Deine, wie ich fest glaube, grundlose Befürchtung zu zerstreuen.“
„Du wirst mich auslachen, weiter Nichts,“ sagte Klara, „denn an und für sich sind sie auch nichtig; nur eben im Zusammenhang beunruhigen sie mich.“
„So fang’ einmal an, — lachen werde ich gewiß nicht, denn es handelt sich ja hier um eine ganz ernste Sache,“ sagte Elisabeth.
„Siehst Du,“ berichtete Klara, und sah sich dabei scheu um, ob sie auch nicht von Jemandem behorcht würden; „vor allen Dingen grüßt er, wenn er in’s Zimmer tritt, — nie mich zuerst, auch nicht den Papa, sondern Bella, dann den Papa, dann mich, — überhaupt hat er mit Bella viel zu reden und oft sogar flüstern sie miteinander.“
„In der That — und dann?“
„Dann macht er mir wohl viel Geschenke, — viel mehr als ich beanspruche, — so hat er mir erst gestern wieder ein Paar wundervolle Brillantohrringe mitgebracht, und doch hätte er mir mit einer einfachen Blume mehr Freude gemacht, aber — er schenkt nie Blumen, ja, kann die Blumen sogar nicht leiden und ihren Duft nicht ertragen.“
„Und dann?“