„Du bist auch gar zu ausgelassen, Käthchen,“ ermahnte sie die ältere Elisabeth, „wer dreht den Kopf nach einem Herrn, wenn er vorübergeht.“

„Als ob Du das nicht vorher selber gethan hättest,“ spottete das junge Mädchen, „als der Marineoffizier an uns vorüberging.“

„Weil ich die Uniform sehen wollte,“ sagte Elisabeth.

„Wie sie saß, nicht wahr?“ lachte Käthchen. „Aber wer das nur gewesen sein mag; sicher kein hiesiger Kaufmann, vielleicht ein Fremder, der eben erst von Australien oder Ostindien angekommen ist. Und wie wird er sich ärgern, wenn er merkt, daß er hier mit zerrissenen Kleidern promenirt hat.“

„Laß uns umkehren,“ sagte Elisabeth plötzlich.

„Ja,“ rief Käthchen rasch, „vielleicht begegnen wir ihm noch einmal.“

„Aber deßhalb doch nicht,“ sagte Elisabeth und fühlte trotzdem, daß sie wieder roth wurde, „es wird auch schon spät und wir müssen nach Hause zurück.“

„Und den Marineoffizier treffen wir gewiß wieder am Rothenthor. — Er wohnt im Hotel Belvedere.“

„Und woher weißt Du das, mein Schatz?“

„Weil ich ihn ein paar Mal gesehen habe, wie er sich vor dem Hotel nach Tisch die Zähne stocherte,“ lachte Käthchen. „Du wirst mir also zugestehen müssen, daß es ohne Zauberei zugegangen ist.“