„Das ist eine sehr — sehr merkwürdige Geschichte,“ murmelte er zwischen den Zähnen durch, „sehr merkwürdig —“

„Aber, Papa, hast Du mir nicht gesagt, daß der Zufall manchmal —“

„Ach, ich rede nicht davon,“ sagte der Vater, „merkwürdigere Dinge sind schon vorgefallen, aber daß alle unsere Gerichte vergebens nach einer Spur gesucht haben, und daß da ein junges, unerfahrenes Mädchen — sehr merkwürdige Geschichte das — sehr merkwürdig in der That.“

„Und was willst Du jetzt thun, Papa?“

„Ja, mein Kind, das ist sehr leicht gefragt, aber schwer beantwortet,“ sagte der Justizrath, indem er vor ihr stehen blieb, „was willst Du thun? — was kann ich thun, ehe wir nicht die wirkliche Identität zwischen den Beiden festgestellt haben?“

„Ich schreibe heute Morgen an Klara und lasse mir einen Brief von ihrem Bräutigam schicken.“

„Unter welchem Vorwand?“

„Ich bin Autographensammler.“

„Hm — hm,“ sagte der Justizrath und setzte seinen Spaziergang fort, „man liest jetzt so viel, daß das weibliche Geschlecht nicht allein beim Telegraphenwesen, sondern auch in den Druckereien verwandt werden solle — hm — hm — denke fast, daß es im Justizfach auch manchmal mit Nutzen anzustellen wäre.“