„Und ist die Jette schon mit ihm zusammengebracht?“
„Vor einer Stunde war sie oben; ich wollte erst sicher in der Sache sein, ehe ich Dich beunruhigte, und hatte sie deßhalb auf das Kriminalamt bestellt, mir meine Dose hinaufzubringen. Ich habe sie mit dem Menschen konfrontirt, aber sie erklärt freilich, nicht auf ihn schwören zu können. Das ist auch natürlich, denn so genau wird sie ihn sich nicht angesehen haben, thut übrigens auch Nichts zur Sache.“
„Und wenn sich später herausstellen sollte, daß der Handwerksbursche wirklich unschuldig an dem Verbrechen ist?“
„Du glaubst fest an Herrn von Berger’s Schuld?“
„O, Vater, mißversteh’ mich nicht!“ rief Elisabeth erschreckt, „Gott weiß es, wie heiß ich schon zu ihm gebetet habe, daß jener Mann rein und schuldlos aus dem Verdachte hervorgehe, aber — die Zeit verstreicht — und wenn es doch nicht wäre — und Klara dann —“
„Es ist und bleibt eine verfluchte Geschichte,“ sagte der Justizrath, sich verlegen hinter dem Ohr kratzend. „Du hast Recht, — in einem gewöhnlichen Fall könnte man der Sache ruhig ihren Lauf lassen, ist der Gefangene aber wirklich nicht schuldig, und haben wir den Andern nach Westindien und von da irgend wohin auf den amerikanischen Kontinent entwischen lassen, so machte ich mir selber die bittersten Vorwürfe darüber mein Lebenlang.“
„Und Klara —“
„Ja Klara, Kind; aber was kann ich thun? auf einen noch ganz unbestimmten Verdacht hin, der sich in der That auf nichts Reelles weiter basirt, als die Aehnlichkeit der Handschrift und auch in der nicht den geringsten Beweis für einen Mord giebt, Freund Paßwitz warnen und das ganze Haus in Schrecken setzen?“
„Wenn man ihn nun bäte, die Verbindung aufzuschieben?“