Er hatte sie im Nu in ihrem Waggon entdeckt, und wie freundlich er grüßte und Elisabeth artig aus dem Wagen hob. Auch gegen Madame Belchamp war er galant und wollte die kleine Jeanette ebenfalls heraus heben, aber sie litt es nicht und klammerte sich an ihre Mutter an.
Uebrigens hatte der Assessor für Alles gesorgt.
„Bitte um Ihre Gepäckscheine, Herr Justizrath — Madame Belchamp — bitte, bemühen Sie sich mit der Kleinen nach Droschke 74 — gleich an der Thür rechts. Fräulein Elisabeth ist wohl so freundlich, Sie zu begleiten, der Herr Justizrath und ich folgen zu Fuß. — Ihr Gepäck soll zu gleicher Zeit mit Ihnen eintreffen. — Dieß ist Ihre Nummer im Hotel, Madame — dieß die Ihrige, mein gnädiges Fräulein — Sie werden Alles vorbereitet finden.“
„In welchem Hotel?“
„Der Kellner hier wird Sie begleiten, — er sitzt mit auf dem Bock und besorgt Ihnen Alles, — wir folgen in wenigen Minuten, — das Hotel liegt dicht bei —“
Elisabeth eilte, aus der Nähe des gefürchteten Mannes zu kommen, und der Justizrath, der dem Assessor schon seinen Ueberzieher, Plaid und Regenschirm überlassen mußte, was dieser dem wartenden Kellner aufbürdete, nahm ohne Weiteres seines Kollegen Arm und verließ mit ihm zusammen den Bahnhof.
„Haben Sie etwas ausgerichtet?“ sagte er dabei; „glauben Sie, daß wir auf der richtigen Fährte sind?“
„Die Zeichen mehren sich,“ nickte Assessor Berthus vor sich hin. „Den Juden, dessen Signalement Sie mir gestern telegraphirten, habe ich gefunden — es ist eine allbekannte Persönlichkeit und soll ein streng rechtlicher Mann sein, — der Polizei ist wenigstens das Gegentheil noch nicht bekannt.“
„Und die Steine?“
„Hatte er noch im Besitz, — es sind die nämlichen, die unser Juwelier früher in Händen gehabt.“