„Hallo, Professor! auch durstig? kommen Sie mit hier her zu uns; wir haben einen famosen Rüdesheimer entdeckt.“

„Ah, meine Herren, sehr angenehm, Sie zu treffen. Kam eigentlich nur herein, um einen ‚Stehschoppen‘ zu trinken, — wenn Sie erlauben —“ und er setzte sich mit zu ihnen an den Tisch.

Berger war aufgeregt; aber wie es schien vortrefflicher Laune, und der ‚kleine berliner Professor‘, wie ihn die jungen Leute nannten, gerade der Mann, ihn darin zu erhalten. Berthus schien selber Geschmack an dem Wein zu finden, und ließ noch eine, selbst noch eine zweite Flasche geben, und wußte eine solche Unzahl von Anekdoten und pikanten Späßen, daß die kleine Gesellschaft gar nicht aus dem Lachen herauskam und den aufrichtigen Neid der übrigen Tische erregte.

Endlich zog Berthus die Uhr heraus.

„Alle Wetter,“ sagte er, „gleich halb zwei Uhr und um Zwei sollen wir drüben beim Herrn Professor Perler sein. Mein lieber Herr von Berger, ich glaube, es wird Zeit, daß wir uns anziehen, sonst kommen wir wahrhaftig zu spät.“

„Liebes Professorchen,“ sagte Berger, verdrießlich nach seiner eigenen Uhr sehend, „ich gebe Ihnen mein Wort, daß ich viel lieber hier bliebe, — aber Sie haben Recht, wir müssen die Zeit einhalten.“

Seine beiden Freunde wollten remonstriren und ihn verführen, das ‚langweilige Diner‘ zu versäumen, — es sei ja, wie sie sagten, der ‚letzte freie Tag‘, aber es ging nicht gut, — gerade heute nicht, — sein ‚Schwiegerpapa‘ war auch da und seine Braut, und er mußte wirklich vorher noch Toilette machen.

Fünf Minuten später schritt er mit ‚Professor Berthus‘ Arm in Arm die Straße hinab, seinem Hotel zu, und punkt zwei Uhr standen Beide im Gartensalon des Professor Perler, wo der Tisch gedeckt worden.

Eine Viertelstunde früher war schon, auf des Professors Veranlassung, Klara mit Elisabeth dort zusammengetroffen, und Klara mit einem Jubelschrei in die Arme der Freundin geflogen.