„Vergeßt mir nur nichts, Metzler — zwei Lichter wollen wir mitnehmen und Feuerzeug — na, das nehme ich selber, und ein Bischen rasch, denn wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Der alte Mann befand sich in großer Aufregung, dachte aber dabei an Alles, und kaum eine halbe Stunde später war die kleine Kolonne vollständig gerüstet auf ihrem Weg nach dem Fuchsbau, um den, wie man allen Grund zu vermuthen hatte, Verunglückten aufzusuchen und zu retten. In kaum einer Stunde hatten sie auch den Platz erreicht, stiegen an den Felsen hinab und sahen hier augenblicklich, daß Raischbach den Grund noch nicht verlassen haben konnte — die Fährten waren noch, wie sie Metzler gelassen, und als sie dorthin einbogen, lehnte auch noch das Gewehr draußen an der Felsspalte.

Der Förster selber schrie jetzt ein paar Male in den Bau hinein, erhielt aber eben so wenig Antwort, wie vorher sein Kreiser, und sie verloren nun auch nicht viel Zeit, um ihr Rettungswerk vorzubereiten.

Vor allen Dingen wurde eine der Pechfackeln angezündet und der Kreiser Müller, den sie abgerufen hatten, ein junger, gewandter Bursche, damit voran hineingeschickt, um zuerst einmal das Terrain genau zu rekognosziren. Buschmann warnte ihn aber, auch nur einen voreiligen Schritt zu thun, und rieth ihm an, Zoll für Zoll weiter zu rücken und mit der Fackel immer vor sich auf den Boden zu leuchten, damit er das Uebel nicht noch schlimmer mache und ebenfalls zu Schaden käme.

Müller war auch der richtige Mann dazu und kroch unerschrocken in die Spalte hinein, während seine Begleiter indessen in ziemlicher Ungeduld seine Rückkehr erwarteten. Er blieb aber nicht lange; bald sahen sie den Schein der Fackel wieder; aber sein Bericht lautete nichts weniger als tröstlich.

Kaum zwanzig Schritt drin, wo die Höhle indessen so geräumig sein sollte, daß vier Mann, und vielleicht noch mehr, bequem neben einander stehen konnten, machte sie eine kleine Biegung, und dort ging eine tiefe Spalte hinab. Da hinein war auch der Forstgehülfe gefallen, denn er hatte seine Fährten in dem weichen Boden gesehen und auch einen angebrannten Kienspahn am Rand gefunden.

„Und war nichts von ihm zu sehen gewesen?“

Zu weit hatte er sich, wie er sagte, nicht hineingetraut, um nicht ebenfalls auszurutschen. Dort hinab schien es aber tief und dabei stockdunkel — es ließ sich nicht das Mindeste erkennen.

Und was konnte man jetzt thun?

Müller machte einen Vorschlag. Ihre Aexte hatten sie mit; wenn sie ein paar starke Stangen abhieben und quer über die Spalte legten, so war es vielleicht möglich, sich hinauszuwagen, um nur erst einmal zu erfahren, wie tief es wäre. Nachher könne man sich auch vielleicht an einem Seil hinablassen.