Es wurde weiter kein Wort gesprochen. Metzler, ein durchaus praktischer Kopf, hatte das rasch geordnet; die Holzmacher und Forstschutzleute wurden nacheinander durch die Felsspalte postirt, so daß Jeder einen festen Halt an dem Seil bekam. Müller knotete sich dasselbe dann fest unter den Schultern durch, und sich auf den Boden setzend gab er Befehl, langsam nach und nach ihn hinunter zu lassen. Der Förster saß dabei noch immer auf dem Gestell und ließ jetzt die Laterne langsam mit dem Niedergleitenden sinken, so daß dieser doch immer etwas Licht um sich hatte und sehen konnte, wo er sich befand.
Es war ein Augenblick peinlicher Erwartung, als der junge Kreiser endlich Boden unter sich fühlte und „Halt!“ rief, damit die Leute oben nicht zu viel Seil nachließen und er dann vielleicht noch tiefer abrutschte. Der Förster hielt ihm dabei die Laterne so, daß er sie mit der Hand erreichen konnte, und der Mann nahm sie, um umher zu leuchten. Es dauerte aber nur wenige Sekunden, als er schon ausrief: „Hier liegt er.“
„Du großer Gott!“ stöhnte der alte Förster; „ist er todt?“
„Ja, ich weiß nicht,“ sagte der Mann, und seine Stimme klang von unten herauf dumpf und hohl — „er fühlt sich aber noch warm an — und da liegt auch der Dachshund und der Fuchs — er ist mit dem Kopf gerad auf seinen Dachs gestürzt. Das sieht gut hier unten aus.“
„Und wie kriegen wir ihn herauf, Müller?“
„Ja, ich weiß nicht — das wird ein bös Stück Arbeit werden.“
„Könnt Ihr nicht Stufen in die Lehmwand hauen?“
„Das ginge vielleicht,“ sagte der Mann nach einer Weile. „Jedenfalls muß aber von oben nachgeholfen werden, und dazu ist am Ende das Gestell nicht stark genug.“
„Wir legen noch ein paar stärkere Stangen hinüber. Wollt Ihr die Spitzhacke haben?“
„Ja — aber Sie müssen sie langsam herunterlassen, sonst fällt sie Einem von uns auf den Kopf. Das Seil können Sie locker lassen — es geht hier nicht weiter ab — nur in den Berg hinein zieht sich noch eine Spalte.“