„Guten Tag, lieber Herr Förster,“ sagte der Kranke mit allerdings etwas matter Stimme, fühlte aber immer noch mit der andern Hand neben sich herum.

„Suchen Sie etwas?“ frug ihn Buschmann.

„Ja,“ sagte Raischbach leise — „ich — ich hatte da drunten ein Gehörn gefunden — ein prachtvolles Rehbocksgehörn.“

„Unten im Fuchsbau?“

Der Forstgehülfe nickte — „ach, Lisei, habt Ihr es weggethan?“

„Ich habe nichts gesehen, Herr Raischbach,“ sagte die Alte kopfschüttelnd; „aber beruhigen Sie sich jetzt nur — wenn es da war, wird es sich auch schon wieder finden, der Doktor hat aber gesagt, daß Sie sich nicht so viel bewegen dürfen. Hübsch still müssen Sie liegen.“

Der Kranke fühlte in der That, wie ihn die Bewegung schmerzte, und sank auf sein Kissen zurück, lag auch wieder eine lange Zeit still und regungslos und schaute nur wie träumend an die Decke, that aber keine Frage und verlangte nichts. So verging der ganze Tag, und die Nacht schlief er fest und ruhig, fühlte sich auch am nächsten Morgen bedeutend besser und bat jetzt selber die Lisei, daß sie den Förster heraufrufen möge, um von diesem alles Nähere über seinen Zustand zu erfahren. Dieser zögerte auch nicht, da er den Kranken völlig ruhig und seiner selbst bewußt fand, ihm Alles zu erzählen, wie es sich an jenem Tag begeben: wie Metzler seine Spur im Schnee gefunden und sie zur Hülfe herbeigerufen habe, und was sie für eine nichtswürdige Arbeit gehabt hätten, ihn aus der engen Spalte wieder herauf an’s Tageslicht zu bekommen.

Raischbach hörte, ohne ein Wort hineinzureden, Alles ruhig an, bis er erfuhr, daß der Kreiser Müller unten bei ihm gewesen wäre und also den Platz genau gesehen habe. Er bat jetzt den Förster, ihm den nachher einmal heraufzuschicken, damit er ihn über Manches fragen könne. Müller war freilich jetzt draußen im Wald, als er aber zurückkehrte, wurde er augenblicklich zu dem Kranken beordert, der schon in seinem Bett saß und nur noch den Kopf in die Hand stützte. Es summte und hämmerte ihm doch noch ein wenig von dem Sturz im Hirn.

Der junge Bursche mußte dem Kranken jetzt eine genaue Beschreibung des Platzes selber geben, und Raischbach horchte besonders hoch auf, als er ihm erzählte, daß von da unten aus noch eine Seitenspalte in den Berg hineinführe.

„Ob er dort drinnen gewesen?“