Er glitt vorsichtig dem Hause zu, aber der alte Schweißhund, der im Sommer vor der Thür lag, hatte ihn schon gewittert und schlug an, und gleich darauf öffnete sich eines der unteren Fenster und des Försters Stimme rief heraus; „Raischbach, sind Sie das?“

„Ja, Herr Förster,“ erwiederte der junge Mann.

„Aber Donnerwetter! wo haben Sie heute so lange gesteckt? Wir glaubten schon, daß Ihnen wieder ein Unglück zugestoßen wäre — na, machen Sie nur, daß Sie hereinkommen.“

„Aber ich werde mich erst umziehen müssen, Herr Förster! ist denn Besuch da?“

„Besuch? — wo soll denn der herkommen?“ rief Buschmann. „Keine Seele ist da, als meine Alte und ich und die Lisei.“

„Weil es so hell im Zimmer war.“

„Ach so — na, kommen Sie nur; die Frau hat gerade heißen Kaffee, und der wird Ihnen gut thun.“

Raischbach schüttelte mit dem Kopf; der alte Förster kam ihm so ausgelassen lustig vor; hatte er vielleicht einen Schluck über den Durst gethan? Aber das geschah doch eigentlich nie, und heute, mitten in der Woche, wäre er gewiß nicht draußen gewesen. Aber er trat in’s Haus, hing dort sein Gewehr an einen der dafür bestimmten eisernen Haken und ging dann wie gewöhnlich in’s untere Zimmer.

Dort sah es aber in der That festlich aus, und wenn auch kein Besuch da war, schien es doch, als ob welcher erwartet würde — was aber, zu so später Stunde und hier oben im Wald, unmöglich gewesen wäre. Förster Buschmann trug seine Sonntagsjoppe mit den neuen großen Hirschhornknöpfen, und die Frau Försterin die große Haube mit den beiden langen weißen Zipfeln, von denen der Alte früher behauptet, sie sehe damit aus, als ob sie sich „verlappt“ hätte. Selbst die alte Lisei hatte eine reine weiße Schürze vorgebunden und ihren „Geh zur Kirche Rock“ angezogen, und auf den Tisch war ein weißes Tuch gedeckt und die Kaffeekanne dampfte dort, während neben ihr ein frischgebackener und dicht mit Zucker überstreuter Kuchen zwischen ein paar großen Blumenbouquets stand.