„Aber, mein sehr werther Herr,“ sagte Florian bestürzt, „Sie werden doch nicht die Unterhaltung einer Badegesellschaft höher anschlagen, als ein Menschenleben?“

„Menschenleben,“ sagte der ältliche Herr, aber mit einem spöttischen, fast verächtlichen Ausdruck. „Ich würde nie einen Selbstmörder an seinem Vorhaben hindern, wenn ich auch rechtzeitig dazu käme, am wenigsten aber Jemanden wieder aus dem Wasser holen.“

„Aber das Gefühl der That —“

„Bah,“ sagte der Fremde, „glauben Sie denn, daß Sie dessen Zustand gebessert hatten, als Sie ihn auf’s Trockene brachten? Erstlich blieben seine Verhältnisse nach dem kalten Bade genau dieselben, als vor dem Sprung in’s Wasser, außerdem brachte er noch das Bewußtsein seiner feigen That mit herauf, und drittens war er durch und durch naß — wo ist da die Verbesserung?“

„Aber die Spielbank hat ihm zwanzig Gulden Reisegeld gegeben,“ sagte Florian.

„Gut,“ nickte der Fremde, „die bringt er einmal so rasch als irgend möglich auf die Schwesterbank nach Wiesbaden, und dann kann er die ganze Geschichte noch einmal von vorn anfangen.“

„Aber wenn er nun doch den begangenen Fehler bereut,“ sagte schüchtern die ‚Nixe der Lahn‘ — Florian hatte noch keinen anderen Namen für sie — „wenn er wieder ein guter Mensch wird?“

„Er ist Knopfreisender,“ sagte der ältliche Herr trocken, „und — spielt. Uebrigens will ich es ihm von Herzen wünschen. Aber jetzt basta mit dem langweiligen Patron, von dem schon genug und übergenug gesprochen ist, und nun erzählen Sie uns einmal vor allen Dingen, wer Sie selber sind — denn wie gesagt, meine beiden Damen haben sich vor Neugierde kaum lassen können, da sie einen ‚Menschenretter‘ natürlich wie eine Art von überirdischen Wesen betrachten.“

„Sie beschämen mich,“ sagte Florian verlegen.