„Wir sind auch keine geborenen Amerikaner, sondern stammen aus Norwegen — meine Aeltern waren Deutsche.“

„Und Sie kehren nach Amerika zurück?“ fragte der junge Dichter scheu und bestürzt.

„Allerdings, sobald unsere Kur beendet ist — befremdet Sie das?“

„Mich? — o nein,“ stammelte Florian verlegen — „wie könnte es auch — ich — würde nur unendlich bedauern, wenn ich mir denke“ — er stak fest; der Fremde aber, der sich an seiner Verlegenheit zu weiden schien, sagte lächelnd:

„Bitte, vollenden Sie Ihren Satz. Man soll einen Schriftsteller nie unterbrechen, denn es gehen ihm dabei oft höchst kostbare und nie zu ersetzende Gedanken verloren.“

Florian befand sich schon in dem Falle, und war sich dabei nur noch nicht klar, ob er überhaupt einen Gedanken gehabt habe. Die junge Dame aber, die seine Verlegenheit wohl bemerkte, kam ihm mit ihrer unendlichen Liebenswürdigkeit zu Hülfe und sagte freundlich:

„Wir werden hier jedenfalls noch vierzehn Tage oder auch vielleicht drei Wochen verweilen, und hoffen dann noch öfter das Vergnügen zu haben, Sie zu sehen.“

„Sie sind sehr gütig,“ sagte Florian, und stand scheu von seinem Stuhle auf, denn er hielt das irrthümlicher Weise für eine leise Andeutung der Jungfrau, daß er sich gegenwärtig entfernen könne — „wenn Sie mir dann erlauben —“

„Bleiben Sie nur sitzen und trinken Sie Ihren Kaffee,“ rief aber der ältliche Herr, der sich vortrefflich zu amüsiren schien — „da bringt ihn der Kellner eben. Der Henker werde aus Ihnen klug — von der Brücke springen Sie, ohne sich einen Moment zu besinnen, in den Fluß hinunter, um einen Ertrinkenden zu retten, und hier thun Sie, als ob Sie nicht drei zählen könnten. Ihr Deutschen seid wirklich ganz verzweifeltes Volk. Sie fürchten sich doch wahrhaftig nicht vor den beiden Damen?“