„Ich? — o nein, sicher nicht,“ stammelte der junge Mann, der sich aber jetzt mit aller Gewalt zusammennahm, weil er das Schlimmste fürchtete, was einem Menschen in Damengesellschaft begegnen kann: sich lächerlich zu machen, „die beiden Damen sehen dazu viel zu lieb und gut aus. Ich — fürchtete nur, Ihnen als Fremder lästig zu fallen.“
„Bah,“ sagte der ältliche Herr, „wir sind hier Alle fremd, und wer sich findet, sollte sich deshalb aneinander anschließen, um dies verwünscht langweilige Leben nur in Etwas zu betäuben.“
„Ems bietet freilich nicht viel Unterhaltung,“ lächelte Florian, „und Sie scheinen vorlieb zu nehmen.“
„Das spricht wieder Ihre verwünschte Bescheidenheit,“ rief der Fremde — „kennen Sie nicht das Wort Ihres großen Dichters —
Und wenn Ihr Euch nur selbst vertraut,
Vertrau’n Euch auch die andern Seelen?
Uebrigens ist es mir ein höchst unbehagliches Gefühl, das Gewühl und Gewimmel dieser aufgeputzten Menschen in einem Badeorte zu sehen. Die ganze Gesellschaft kommt mir immer vor wie ein Korb voll noch rothbackiger, aber wurmstichiger Aepfel, die für den Augenblick noch den Schein für die Gesundheit bewahren, aber im Herzen schon den Todeskeim tragen. Ihnen scheint doch Nichts zu fehlen?“
„Mir? nein, Gott sei Dank,“ sagte Florian, „ich bin nicht zur Kur hier — und ich hoffe nur, daß —“ sein besorgter Blick streifte dabei der neben ihm sitzenden Lahnnixe Gestalt.
„Uns fehlt auch Nichts,“ lachte der Fremde, „und wir sind nur eigentlich in Begleitung einer älteren kranken Verwandten hier.“
„Und gefallen sich die Damen hier?“