„Das ist glücklich, daß Sie noch einmal kommen, lieber Heldenstern, denn ein Paar Stunden später würden Sie uns nicht mehr angetroffen haben.“
„Nicht mehr angetroffen haben?“ rief Florian, von Schreck wirklich wie erstarrt — „Sie wollen doch nicht —“
„Abreisen, in der That, bester Freund, denn unsere Zeit ist um und die Kranke soweit wieder hergestellt, daß wir uns jetzt auf die Nachkur der Seereise vertrösten müssen; — außerdem zwingt mich ein eben erhaltener Brief zum schleunigsten Aufbruch.“
Florian faßte krampfhaft nach seinem Herzen; ob aber der ältliche Herr glaubte, daß er wieder nach seinem Buche griffe, oder wirklich noch Einiges zu besorgen hatte, kurz, er nahm seinen Hut vom Tische und sagte:
„Ich lasse Sie einen Augenblick mit Elisen allein, da ich noch einen Weg zu gehen habe; Bertha wird wohl auch gleich herüber kommen, denn unsere Koffer sind alle gepackt. — Ich nehme auch noch nicht Abschied; wir sehen uns jedenfalls, wann ich zurückkomme.“
Die Thüre schloß sich hinter ihm und Florian fühlte, daß der entscheidende Augenblick gekommen sei, aber seine Courage nicht mit, und er stand, seinen Hut in eine unbestimmte Form hineindrückend, dem jungen lieblichen Wesen gegenüber, ohne im Stande zu sein, ein Wort über die Lippen zu bringen.
„Das ist recht rasch gekommen,“ brach da Elise endlich das Schweigen und wie es Florian vorkam, mit zitternder Stimme — „ich hatte gehofft, daß wir noch wenigstens acht Tage hier bleiben würden, aber Olaf drängt so zur Abreise.“
„Ich kann es noch gar nicht fassen,“ stammelte Florian.
„Wir werden Sie auch sehr vermissen,“ lächelte das junge Wesen wehmüthig — „wir hatten uns so an Sie gewöhnt und in unserer fernen Heimath hört man so wenig von der Welt da draußen.“