„Und da soll ich Ihnen helfen?“ lächelte Elise.

„O, wenn Sie das wollten,“ bat Florian leidenschaftlich, „noch bleibt uns vielleicht eine Stunde Zeit.“

„Haben Sie Ihr Manuscript bei sich?“

„Die Gedanken sind noch nicht aufgeschrieben,“ erwiderte Florian, dem jetzt ungefähr so zu Muthe war, als ob er auf einem durchgehenden Pferde säße, und es eben laufen lassen müsse — „nur im Kopf trage ich sie herum, noch ohne Form und Gestalt, und Ihr Rath sollte ihnen eben Leben verleihen.“

„Das verstehe ich nicht ganz,“ sagte die junge Dame erröthend, „wie kann ich Ihnen einen Rath geben oder mir denken, was jene andere Dame geantwortet haben würde, wenn ich nicht vorher lesen kann, was ihr Geliebter gesagt?“

„Und wenn wir es nun dramatisch aufführten,“ fragte Florian, und es war, als ob ihm bei dem scharfen Ritt seines Durchgängers der Athem versetzt würde.

„Dramatisch?“

„Wir spielen die Scene durch,“ sagte Florian und mußte sich Mühe geben, die Worte über die Lippen zu bringen.

„Und liebt sie ihn denn auch?“ lächelte Elise.

„Ja das weiß er ja noch gar nicht,“ erwiderte Florian, „gerade diese Ungewißheit und — der drängende Augenblick — denn die Geliebte soll ihm gerade durch einen harten Vormund entrissen werden — treibt ihn zu der Erklärung und eben von der Antwort derselben hängt das ganze weitere Schicksal seines — des Romans eben ab.“