Scheu streifte sein Blick, während er diese Worte in leidenschaftlicher Heftigkeit sprach, die schlanke Gestalt Elisens, die, wie von Purpur übergossen, neben ihm stand, und schaute dann fragend und flehend zu dem ältlichen Herrn empor, der immer noch, langsam dazu mit dem Kopf schüttelnd, seine Stelle behauptete.

„Meine Tochter, Herr Heldenstern?“ sagte aber Olaf endlich; „ich verstehe Sie nicht — ich habe gar keine Tochter.“

„So ist Elise nicht Ihre Tochter?“ rief Florian rasch.

„Allerdings nicht,“ erwiderte Herr Olaf mit derselben lächelnden Ruhe — „aber ich kann doch nicht gut glauben, daß Sie mich um die Hand meiner eigenen Frau bitten?“

„Ihrer Frau?“ schrie Florian und sprang wie von einer Natter gestochen zurück — „heiliger Gott! und ich glaubte, die andere Dame, Frau Bertha, sei Ihre Gemahlin.“

„Das ist auch meine Frau,“ erwiderte mit unzerstörbarer eiserner Ruhe der Entsetzliche.

„Aber ich bitte Sie um des Himmels willen.“

„Und die kranke Dame, derethalben wir Ems besucht haben, ebenfalls,“ nickte der ältliche Herr.

Florian faßte seinen Kopf mit beiden Händen — er wußte nicht, ob er wache oder träume und sein fragender Blick flog nach Elisen hinüber — war es ihm doch als ob ein leiser Zug von Mitleiden über ihr liebes Antlitz zuckte. Aber nur bestätigend nickte sie mit dem Kopf und der junge Dichter rief verzweifelnd aus:

„Wollen Sie mich wahnsinnig machen? — Es ist ja gar nicht möglich, denn Sie stammen doch aus Norwegen und nicht aus der Türkei.“