„Aber zwei Stunden nachher ist’s erst ausgekommen.“

„Das ist möglich, es hat vielleicht so lange geglimmt, bis der Wind zu wehen anfing. Sie haben’s auch wohl nicht gleich gesehen.“

„Das ist gerade, um Einen verrückt zu machen“, brummte der Alte und schüttelte dabei immer, wie erstaunt, mit dem Kopf; „aber wenn’s wirklich wahr wäre“, fuhr er nach einer Weile wieder fort, „und ich glaub’s nicht und würd’ es selbst nicht glauben, wenn Dich Jemand dabei erwischt hätte — weshalb hast Du’s da den Eseln auf die Nase gebunden? Wer hätt’ es Dir je beweisen wollen?“

„Und was sollt’ ich’s leugnen?“ sagte Valerie ruhig; „den Dienst bekam ich nicht mehr, nach Osterhagen konnt’ ich nicht zurück, fremd und allein steh’ ich in der Welt und habe ich immer gestanden, ich wäre doch zuletzt zu Grunde gegangen. Da ist’s besser, ich sprach gleich die Wahrheit und leide jetzt meine Strafe.“

Der alte Bänkelsänger hatte sich neben sie auf die Pritsche gesetzt und schüttelte in einem fort mit dem Kopfe.

„Ein merkwürdiges Zusammentreffen wär’s doch“, sagte er endlich, „ein heillos merkwürdiges.“

„Was, Herr Brenner?“

„Was? — hm — daß sie das Feuer nicht gleich entdeckt haben sollten, aber der Holzklotz von Nachtwächter schläft immer unter der Linde, und dahinten an die Scheune kommt auch eigentlich Niemand hin.“

„An welche Scheune.“