„Nun, hinter des Schulzen Haus, wo das Feuer auskam.“

„Ja“, nickte Valerie, deren Gedanken wo anders geweilt zu haben schienen, „ja, da kommt Niemand hin, es ist abgelegen.“

„Recht hätt’st Du gehabt, Mädel“, nickte der Alte noch einmal mit dem Kopf; „verdenken könnt’ es Dir Niemand, denn schlecht genug behandelt haben sie Dich, niederträchtig behandelt, und schlimmer als einen Hund, und der Wurm krümmt sich zuletzt, wenn er getreten wird — aber das Maul hätt’st Du halten sollen, denn wer hätt’s Dir zuletzt beweisen wollen, he? Kein Mensch. Die Gerichtsbeamten thun allerdings immer schrecklich klug, gerade so, als ob sie Alles schon wüßten und nur aus lauter Plaisir noch weiter frügen, und dabei muß man sie lassen, nachher fahren sie selber den Karren in den Dreck, denn sie wissen gar nichts. Läßt man sich aber verblüffen dann haben sie Einen, wo sie ihn hin haben wollen, und man sitzt fest.“

„Ich habe Alles freiwillig gestanden, Herr Brenner.“

„Desto dümmer“, nickte der alte Mann, „denn dazu war gar keine Veranlassung; aber“, setzte er leise hinzu, „es läßt sich vielleicht noch gut machen. Wenn Du in’s nächste Verhör kommst, Falleri — und am besten läßt Du Dich gleich morgen früh beim Assessor melden — so sagst Du ihm nur, die ganze Geschichte sei nicht wahr.“

„Was ich schon gestanden habe?“

„Versteht sich, das macht nichts, das geschieht oft genug und gilt. Sag’ ihm nur, Du hättest den ersten Tag eine solche Heidenangst, so einen Respect vor dem Gericht und den Eisengittern gehabt, daß Du selber nicht mehr wüßtest, was Du Alles geschwatzt; Du sei’st es aber gar nicht gewesen und wärest keine Brandstifterin.“

„Und da sollten sie mir glauben?“ frug Valerie kopfschüttelnd.

„Ob sie Dir’s glauben oder nicht, bleibt sich ganz gleich“, sagte der Alte, „aber in’s Protokoll müssen sie’s schreiben, und dann kommt’s oben auf’s andere Gericht und stößt die ganze Geschichte um, was Du früher gesagt hast. Willst Du’s thun, Falleri?“

„Nein, Herr Brenner“, sagte das junge Mädchen ruhig, „was ich gesagt habe, hab’ ich gesagt; es ist geschehen und aufgeschrieben, und Gott wird weiter helfen.“