Der junge Mann kam heran, und als er den Bänkelsänger erblickte, redete er ihn an:

„Sagen Sie einmal, lieber Freund, sind Sie hier im Ort seit längerer Zeit bekannt?“

„Sollte denken,“ nickte der Alte, „ich bin hier geboren und jetzt schon eine hübsche Reihe von Jahren in dem Palast da einquartiert.“

„Wohnt der Todtengräber weit von hier?“ frug der Soldat hierauf.

„Weit? Lieber Gott, weit ist hier eigentlich gar nichts,“ lachte Brenner, „denn wenn Sie weit gehen, kommen Sie aus Sicht vom Dorf. Gleich dort neben der Kirche, wo Sie den stumpfen Thurm sehen — er ist auch zugleich Küster, Nachtwächter und Büttel. Aber was wollen Sie von ihm?“

„Es ist mir ein Grab bezeichnet worden,“ erwiderte der junge Offizier, „das ich gern auffinden möchte, aber ich habe mir vergebene Mühe gemacht, danach zu suchen. Wie alt ist Ihr Todtengräber?“

„Oh, nicht alt, noch ein junger Bursche von einigen dreißig Jahren,“ sagte Brenner, „auch erst seit ein paar Jahren hier im Dienste, und sein erstes Geschäft war, den alten einzuscharren.“

„Dann wird er mir auch keine Auskunft geben können,“ seufzte der Offizier, „denn das Grab, das ich suche, muß schon weit über vierzig Jahre gegraben sein.“

„Das ist freilich lange her — und welche Inschrift trägt es? Wenn Sie nur den Namen wissen, finden wir es doch vielleicht noch nach dem Kirchenbuch.“