„Ich hab’ gar keinen Namen,“ lachte aber die Kleine schelmisch mit einem halben Knix, „ich bin ja ein Waldweible, und die laufen immer nur so herum.“
„Ach geh’,“ sagte Bernhard, „Du wirst doch einen Namen haben; wie soll man Dich denn rufen?“
„Du brauchst mich gar nicht zu rufen!“ lachte das Mädel, „ich bin immer da und werde Dich jetzt getreulich geleiten.“
„Aber ich muß Dich doch nennen können!“
„Ich weiß ja auch nicht einmal, wie Du heißt.“
„Hab’ ich Dir meinen Namen nicht damals genannt?“ sagte der junge Forstmann — „Bernhard Raischbach heiß’ ich und bin Forstgehülfe oben im Spessart.“
„Ja, wer kann alle Namen behalten!“ lachte die Maid. „Also muß ich Dich wohl ‚Herr Forstgehülfe‘ nennen, wie es die alte Lisei thut?“
„Kennst Du denn die auch?“ rief der Jäger erstaunt.
„Weßhalb soll ich die Lisei nicht kennen, wohnt sie doch lang genug da drüben in der Forstei und ist gar ein frommes, gutes Geschöpf, die immer gleich ein Kreuz schlägt, wenn sie was Unrechtes wittert. Die hat eine Nase! Aber jetzt komm’. Blitz noch einmal, bist Du langweilig und ja gar nicht von der Stelle zu bringen! Droben im Walde warst Du doch flink genug auf den Füßen, und ich mußte damals geschwind machen, daß ich Dir die Wand hinunter aus den Augen kam.“