Auch Fräulein Berchta plauderte viel mit ihm und frug ihn besonders nach dem jetzigen Wildstand da oben, nach den Hirschen und was sie „auf“ hätten, nach den Bären, Luchsen und Wölfen, und wollte es gar nicht glauben, als er ihr sagte, daß von den letztern Raubthieren gar nichts mehr droben im Wald zu finden wäre und sich nur dann und wann einmal ein einzelner Wolf in ihr Revier verlöre.

Aber die drei jungen Nachtfräulein kamen immer wieder auf die Moden an der Oberwelt zurück, und der junge Forstgehülfe, der sich darin vollkommen außer seinem Fahrwasser befand, sollte ihnen bald über Das, bald über Jenes Auskunft geben, wovon er nicht das Geringste wußte.

Da kam ihm der Hackelnberger zu Hülfe, der auch indessen die Geduld verloren hatte, weil sich der Hans Jagenteufel noch immer nicht zu seiner L’hombrepartie einstellte, und mit der Faust auf den Tisch schlagend rief er aus:

„Nun hört, zum Donnerwetter, einmal mit eurem Geklatsch auf; was weiß denn der Jägersmann von euren Falbeln und Stößen und Krinolinen und wie der Unsinn alle heißt. Komm’, mein Herr Forstgehülfe, ich will Dir einmal meine Kneipe zeigen, da wirst Du Dich besser amüsiren — ich habe eine famose Sammlung drüben und ein paar Rehbocksgehörne dabei, gegen die der alte Bock da oben wie ein Spießer aussieht.“

„Wirklich?“ rief Raischbach, während Fräulein Berchta höhnisch lachte; aber der Ebersberger rief:

„Das ist recht, da geh’ ich auch mit — ich habe neulich mit dem Hans Jagenteufel gewettet, daß der eine Sechsundzwanzig-Ender mit der Schaufel auf der linken Stange ein Ungerader wäre, und kann mich da gleich selber überzeugen.“

„Die hast Du verloren,“ lachte der Hackelnberger, indem er sein Hüfthorn umwarf, seinen Hut aufsetzte und seine Handschuhe anzog. „Das ist ein voller, sogar noch mit einem Auswuchs an der rechten Stange, den man recht gut hätte einfeilen und einen ungeraden Achtundzwanziger daraus machen können.“

Raischbach hatte auch seinen Hut aufgegriffen; denn daß ihn der wilde Jäger einlud, mit in sein Haus hinüber zu kommen, war ihm ganz recht. Wie er ihm aber eben folgen wollte, sah er, daß der alte Eckardt an der Thür stand und ihm heimlich zuwinkte, nicht mitzugehen. Erstaunt blickte er ihn an, der Hackelnberg aber, der die Bewegung ebenfalls bemerkt haben mußte, warf ihm einen zornigen Blick zu und rief: „Na, jetzt lass’ die albernen alten Geschichten; ich werd’ ihn nicht beißen, und wenn er Furcht hat, kann er ja ruhig da bleiben.“

„Furcht?“ lachte Raischbach, „wovor soll ich Furcht haben? Ich will Niemanden hier schädigen und hoffe ebenso freundlich behandelt zu werden.“

„Es ist eine alte Angewohnheit von ihm,“ lachte der Hackelnberg, „daß er immer mit dem Kopf schüttelt und ein bedenkliches Gesicht schneidet. Kommt, es wird sonst zu spät — und wenn der Hans Jagenteufel noch eintreffen sollte, so laßt mich’s wissen, Eckardt.“