„Tausend Dank denn!“ rief Raischbach erfreut, und es wurde ihm die Wahl zwischen den drei prachtvollen Geweihen schwer. Aber er zögerte doch nicht lange, nahm das ihm nächste von der Wand und folgte dem Grafen dann in das Nachbarzimmer, in seine „Gewehrkammer“, wie er es nannte, wo malerisch geordnet Unmassen von Armbrüsten, Saufedern, Hirschfängern, Bärenspießen und allen möglichen anderen alten Waffen an den Wänden geordnet waren.
Da plötzlich schlug eine Glocke an — zwölf dumpfe, schauerliche Schläge, und der Ebersberger griff seinen Hut auf und stürmte die Treppe hinunter.
„Hallo!“ rief der Hackelnberg, „ist’s schon Zeit? also bis nachher, Raischbach — aber kommt lieber mit, daß Euch die Hunde kein Leides thun, denn wenn ich nicht bei ihnen bin, sind die Bestien rein des Teufels. — Macht schnell, wir haben keinen Augenblick mehr zu verlieren, und nehmt das Gehörn in Acht.“
Mit langen Sätzen flog er die Treppe hinab und aus dem Haus, und Raischbach ließ sich die Warnung nicht umsonst gesagt sein, sondern blieb ihm dicht auf den Hacken.
Unten umtobten die Hunde aber schon ein paar gesattelte Pferde, auf die sich der Hackelnberg und der Ebersberger warfen. Fräulein Berchta kam ebenfalls in voller Carrière die Straße herunter, und fort ging die Hetze, daß die Funken aus den Steinen herausschlugen.
Raischbach sah ihnen noch verwundert nach, als plötzlich Jemand seine Hand ergriff und unverhofft wieder Marie neben ihm stand und ängstlich rief: „Fort! fort! es ist die höchste Zeit — komm’ mit mir — o ich bat Dich doch, nicht mit dem wilden Jäger zu gehen.“
„Aber, Schatz!“ sagte Raischbach — „er hat mir ja nichts zu Leide gethan.“
„Komm’ nur mit!“ bat die Maid; „mir darfst Du folgen, ich meine es gut mit Dir.“
„Und wohin?“
„Wieder hinaus zu den Deinen — wenn sie zurückkehren, bist Du verloren.“