„Es sollte Dir nur einen Beweis liefern,“ sagte Peters, „daß ich wußte, wo die Kohlen lagen, oder daß mich vielmehr mein Ahnungsvermögen dorthin trieb, und ebenso weiß ich, was mir bevorsteht, wenn ich — der Wittwe Reuter meine Hand reiche.“
Ohlers schüttelte mit dem Kopf.
„Ich bin noch so dumm wie zuvor,“ sagte er, „mir klingt Alles vor den Ohren herum — Du weißt, was Dir bevorsteht, wenn Du die Wittwe heirathest? Und ist denn das gar so was Entsetzliches?“
„In dem Augenblick,“ sagte Peters feierlich, „wo ich mit ihr vor dem Friedensrichter stehe, trifft mich der Schlag!“
„Na nu setz mich mal an Land!“ rief Ohlers, mit der Hand auf den Tisch schlagend, „und das ist die einzige Ursache, weßhalb Du sie nicht heirathest?“
„Weil ich damit mein eigenes Todesurtheil unterschreiben würde,“ versicherte ruhig der Doktor.
Ohlers war aufgesprungen und lief eine Weile in dem engen Raum auf und ab. Er kannte ja auch den Doktor so genau, und wußte recht gut, wie entsetzlich schwer es war, ihn von einer seiner fixen Ideen abzubringen. Trotzdem versuchte er jetzt, den unglückseligen Gedanken durch alle nur erdenklichen Vernunftgründe zu bannen, aber ganz natürlich ohne den geringsten Erfolg. Der Doktor hörte ihn ruhig und lächelnd an, erwiederte aber auf Alles, was ihm Ohlers einwerfen konnte, mit der größten Unbeweglichkeit:
„Was hilft es, lieber Freund; es ist einmal Bestimmung, und wir können nicht dagegen ankämpfen.“
„Und daß Du die arme Frau selber damit unglücklich machst, genirt Dich auch nicht?“ rief Ohlers endlich, als letztes, verzweifeltes Mittel.
„Die arme Frau?“ frug der Doktor verwundert.