„Bitte, geniren Sie sich nicht,“ erwiederte aber der Apotheker — „ich weiß doch Alles, und kann Ihnen sogar wahrscheinlich über Manches, was Sie nicht wissen, Auskunft geben.“

Sie könnten mir des Doktors räthselhaftes Betragen erklären?“ rief die Wittwe wirklich erstaunt.

„Alles,“ versicherte Ohlers ruhig, „wenn Sie mir nur vorher erzählen, was er gesagt hat. Daß ich es gut mit Ihnen allen Beiden meine, davon sind Sie doch hoffentlich überzeugt.“

„Ich glaub es, Herr Ohlers — ich glaub es,“ seufzte die arme Frau, „aber trotzdem kann ich Ihnen nicht viel erzählen. Er kam vor etwa anderthalb Stunden in einer sehr erregten Stimmung zu mir. Es schien mir fast, als ob er Wein getrunken hätte, und —“

„Und? Frau Reuter.“

„Und hat mir eine Menge von Dingen vorgesprochen, die ich gar nicht verstanden.“

„Das sieht ihm ähnlich — aber das Ende vom Liede?“

„Das Ende vom Lied war, daß er mir sagte, wie er mir von Herzen gut wäre, und wüßte, daß er Zeitlebens unglücklich bleiben müsse, aber — er könne mich nicht heirathen — das Schicksal wolle es nicht, und um mir nicht zu schaden, werde er mein Haus nicht mehr betreten.“

„Puffbohnen,“ sagte Ohlers erstaunt — ein Ausdruck, den er nur bei der größten Ueberraschung gebrauchte, „er will den Lindenbaum nicht mehr betreten? Unsinn, da müßte er verrückter sein, als wofür ich ihn bis jetzt selber gehalten.“

„Das waren seine eigenen Worte, Herr Ohlers.“