„Ach Ohlers,“ seufzte der Doktor wieder, „laß uns von was Anderem reden — ich möchte gern auch einmal vergnügt sein.“

„Ja, das ist ja gerade die Sache,“ rief Ohlers, „weil ich Dich gern wieder vergnügt haben möchte, muß ich mit Dir reden, und Dir die Geschichte wie einen Zahn herausholen. Dir liegt was auf dem Herzen! herunter damit! wir sind jetzt allein, und daß ich es gut mit Dir meine, weißt Du.“

Der Doktor antwortete nicht — er trank und seufzte nur, aber Ohlers ließ ihn still zufrieden. Er war „angebohrt“ und die Dosis mußte jetzt erst arbeiten, ehe sie wirken konnte. Peters schien indessen nicht in gesprächiger Laune, der Limburger Käse mit dem kräftigen Schwarzbrod nahm seine Kinnladen außerdem in Anspruch. Ohlers mußte einen neuen Anlauf nehmen und beschloß dieses Mal gleich mitten hinein zu springen.

„Warum heirathest Du nicht“, sagte er plötzlich, und der Doktor sah ihn starr an, ja brachte das schon gehobene Glas Wein nicht einmal zum Munde.

„Ja, Du heirathest ja auch nicht,“ sagte er endlich.

„Das ist was Anderes,“ rief Ohlers entschieden — „ich bin achtundzwanzig, Du bist achtunddreißig Jahre alt — ich habe eine bestimmte Beschäftigung — Du hast keine —“

„Danke Dir, bin ich nicht Arzt?“

„Bah, so viel für Deine ganze Praxis,“ sagte Ohlers mit dem Kopfe schüttelnd, „Du hast ja nicht einmal Freude daran.“

„Das weiß Gott,“ stöhnte der Doktor wieder.

„Na, dann sei auch vernünftig,“ nickte ihm Ohlers zu und schenkte ihm sein Glas wieder voll, „und mache der Geschichte einmal ein Ende. Du bist bis über die Ohren in die Wittwe Reuter verschossen; sie ist Dir ebenfalls gut und wartet schon seit ein paar Jahren darauf, daß Du um sie anhalten sollst, weßhalb also nicht zugreifen? Du gäbest einen famosen Wirth und Ihr würdet Geld Hand über Hand verdienen.“