Mosje Louis erschien also, warf einen etwas erstaunten Blick auf den frühen Gast, einen schmachtenden auf das Stubenmädchen und sagte leise:

„Guten Morgen, Lieschen!“

„Guten Morgen, Herr Louis!“ erwiderte das junge Mädchen, ohne weiter Notiz von ihm zu nehmen. Sie war mit ihrer Arbeit gerade fertig geworden, überschaute das Zimmer noch einmal flüchtig und verschwand dann mit den Worten, bei denen sie auf den Fremden deutete: „halbe Kaffee und Glas Cognac!“ aus der Thür.

Herr Louis sah ihr freundlich zunickend nach, da er aber ihrem Blick nicht wieder begegnen konnte, nahm er sein sehr groß geblümtes rothseidenes Taschentuch aus der Jackentasche, schneuzte sich mit vielem Geräusch, trat dann, während sich der Fremde nach ihm umsah, auf diesen zu und sagte, indem er das Tuch wieder in die Tasche zwängte und sich die Hände lebhaft rieb:

„Guten Morgen!“

„Guten Morgen,“ sagte der Fremde kurz und musterte den Burschen von Kopf bis zu Füßen.

„Mit dem Frühzug gekommen?“

„Ja“.

„Sehr schöner Morgen.“

„Es hat gegossen, was vom Himmel herunter wollte.“