„Also die Sache ist abgemacht? ich zahle Ihnen dreihundert Gulden und der Khris ist mein?“

„Mit dem größten Vergnügen!“

„Willst du dreihundert Gulden für den Khris?“ frug der Javane jetzt wieder, der indessen ein ungeduldiger Zuhörer der in einer ihm fremden Sprache geführten Verhandlung gewesen war, „es ist viel Geld für das Messer.“

„Und doch lange nicht genug, Freund,“ sagte der jetzige Eigenthümer der Waffe, „du mußt höher, weit höher bieten, wenn du es in deinen Gürtel schieben willst – aber ich habe jetzt nicht länger Zeit, und behalte auch am Ende lieber den Khris, als daß ich ihn um einen solchen Spottpreis verschleudere. Was liegt mir an den Paar hundert Gulden.“

„So nenne deinen Preis,“ rief der Javane, die Lippen fest zusammengebissen und einen finsteren Blick auf den Europäer schießend, „ich kenne die Familie, aus der die Waffe stammt, und wenn es meine Kräfte nicht übersteigt, möchte ich sie ihr wieder bringen.“

„Du giebst mir doch nicht was ich dafür fordere,“ sagte der Kaufmann kopfschüttelnd.

„Fordere,“ rief der Javane, in kaum zu mäßigender Ungeduld mit dem Fuß den Boden stampfend.

„Gut – hast du Lust dreitausend Gulden an den Stahl zu wenden?“ frug jetzt der Amerikaner, und der Capitain wandte sich von ihm ab, denn er schämte sich selber der rasenden Forderung. Der Javane aber knirschte die Zähne zusammen und sagte finster:

„Dreitausend Gulden für das Messer? – du träumst, Weißer, aber ich gebe dir tausend, und du hast den zwanzigfachen Werth.“

„Ah bah,“ lachte der Kaufmann, „ob ich die habe oder nicht, die machen mich nicht reich noch arm, und ich sehe schon, du hast keine Lust zum Handel, so tabee –“ und sich abdrehend von ihm, ergriff er wieder den Arm des Seemanns und schritt mit diesem langsam die Straße hinauf.