„Nein; er muß und wird mehr geben; hol's der Teufel, ich habe den Burschen jetzt einmal in Händen, und will ihn pressen, so lange noch ein Gulden aus ihm herauszubringen ist. Solche Gelegenheit kommt mir sobald nicht wieder, und wer sie nicht benutzte, wäre ein Thor.“
„Lieber Goodwin,“ sagte der Holländer ernst, „ich verdiene auch gern Geld, und brauche es vielleicht so nöthig, wie jeder Andere, aber – auf solche Weise –!“
„Bah,“ rief der Amerikaner, sich von dem Holländer abwendend; „Sie haben mehr als 200 Procent für den Khris genommen, ich gehe in die Tausende; der einzige Unterschied liegt in der Summe, und moralische Bedenklichkeiten wären Unsinn. Aber das ist Nebensache und abgemacht; wann gehen Sie an Bord, daß ich Ihnen noch das Nöthige besorgen kann?“
„Heute Abend vor Sonnenuntergang,“ erwiderte der Holländer, „soeben habe ich die Nachricht bekommen, daß die letzte Praue draußen löscht und das Wasser an Bord gekommen ist. Meine Papiere sind sämmtlich in Ordnung, also hindert mich Nichts, mit dem Landwind morgen früh unter Segel zu gehen.“
„Apropos, Sie wollten mir ja noch eins von den Schachspielen verkaufen, die Sie von China mitgebracht haben,“ sagte der Amerikaner.
„Es steht Ihnen gern zu Diensten, aber ich habe keins an Land.“
„Gut, dann begleite ich Sie heute Abend an Bord und hole es selber; und nun auf Wiedersehen, denn ich habe noch Manches zu besorgen.“
Die beiden Männer trennten sich hier, ihren verschiedenen Beschäftigungen nachzugehen, und wir wollen indessen dem Javanen folgen, der, nur das eine Ziel vor Augen, in wilder Hast zurück in seine Wohnung eilte, sein Pferd, seine Juwelen zu verkaufen, um zur rechten Zeit an dem bezeichneten Platz zu sein.
Käufer fand er allerdings dafür; der schlaue Chinese ist stets bereit, einen vortheilhaften Handel einzugehen, und Geld auf Waaren als Pfand vorzuschießen, oder auch diese selber anzukaufen, wenn er den sicheren Gewinn voraussehen kann. Aber die zähen Gesellen wollten die Juwelen nicht nach ihrem Werth, nur nach dem Drängen des Augenblicks bezahlen, und der Javane, dem es schon überdies die Seele zerschnitt, um den Nachlaß seines Vaters mit gierigen Mäklern zu feilschen, mußte von Einem derselben zum Andern laufen, die von dem Amerikaner geforderte Summe endlich zusammenzubringen.
Als die Sonne noch eine Stunde hoch am Firmamente stand, eilte er mit dem Rest seines Vermögens, zu Fuß und mit triefender Stirne, dem bestimmten Platz an Kali Besaar zu, und fand den Amerikaner dort schon seiner wartend, dicht am Flusse stehen.