„Nun versteht sich, versteht sich,“ erwiderte der Alte, ungeduldig mit dem Kopfe schüttelnd.
„Aber der Steuermann hat Antheil an dem Fahrzeug,“ fuhr Mac Kringo fort, „und wird es nicht gutwillig hergeben wollen.“
„Nicht gutwillig hergeben wollen?“ lachte Toanonga, „wenn wir die Weißen erst an Land haben, brauchen wir ihn nicht lange zu fragen.“
„Aber wie willst du die an Land bekommen, Toanonga?“ fragte der Schotte. „Wer soll hinüberfahren, sie zu holen? Denn eine Flagge haben wir nicht hier, ihnen ein Zeichen damit zu geben.“
„Du hast Recht,“ sagte Toanonga, und sah sinnend vor sich nieder. Den Papalangi selber durfte er nicht schicken, der wäre natürlich nicht wieder gekommen, und die Kanakas durfte er auch nicht hinüber lassen, da die ja Zeuge des Überfalls ihres Capitains gewesen waren.
Mac Kringo, wie einem der anderen Weißen auf der Insel traute er ebenfalls nicht, und das Einzige blieb, daß er ein paar von seinen eigenen Leuten hinüber rudern ließ. Dabei konnte er sich aber nicht verhehlen, daß die Fremden kaum einem Befehl Folge leisten würden, der ihnen von den Eingeborenen einer fremden Insel gebracht wurde. Ein paar Mal kam ihm freilich der Gedanke, ohne Weiteres mit seinem Canoe hinauszufahren und den Schooner, der doch nicht ohne seinen Capitain absegeln konnte, zu entern; aber er fürchtete die Kanonen und durfte seine kriegsfähigen, jungen Leute, gerade im Begriff, einen Kriegszug zu unternehmen, nicht also gefährden; so lange er deshalb hoffen durfte, seinen Plan mit List durchzusetzen, wollte er jede Gewaltthat gern vermeiden.
„Spricht jemand bei euch an Bord die Tonga-Sprache?“ fragte da Mac Kringo, während der Alte noch mit sich zu Rathe ging, den fremden Capitain in englischer Sprache.
„Nein, kein Mensch,“ sagte dieser.
„Desto besser,“ nickte der Schotte und fuhr dann, zu Toanonga gewendet, fort: „Darf ich dir einen Vorschlag machen, die Leute an Bord das wissen zu lassen, was du willst?“
„Allerdings, sehr gern!“ rief der Alte, dem damit ein großer Gefallen geschehen wäre.