Kaum im Busch angelangt, trafen sie da auf die noch immer halb betäubte Schwarze, an der die Leute, ohne sie weiter zu beachten, rasch vorbeistürmen wollten. Tolmer erkannte aber augenblicklich in ihr das frühere Weib des Räubers, und der Scene an dem Hause eingedenk, rief er seinen Leuten ein Halt zu, das arme, hülflose Wesen erst wieder zu sich zu bringen. Einer der Constabler hatte eine Flasche mit Brandy bei sich, und Lloko, wie ihr die Schläfe damit gerieben und ein paar Tropfen eingegeben waren, erholte sich bald genug, sich selber aufzurichten.
Erstaunt sah sie sich inmitten der vielen fremden weißen Männer, und ihr erstes Gefühl war, in den Busch zu fliehen, um denen zu entgehen. Tolmer aber trat ihr in den Weg und sagte freundlich:
»Fürchte Nichts von uns. Wir wollen das Land nur von denen säubern, die Haß und Feindschaft zwischen schwarzen und weißen Stämmen säen, von Raub leben und von Blut sich nähren. Weißt Du, wen ich meine?«
Das Weib sah ihn mit großen stieren Augen an und rief:
»Ihr sucht Gentleman John!«
»Allerdings,« sagte Tolmer rasch, »weißt Du, wo hinaus er ist?«
»Fluch ihm!« rief da Lloko, während die Erinnerung an die erlittene Schmach das Blut in ihre dunkle Schläfe jagte, »er hat mich geschlagen, und die Hand möge sein Gott dort oben verdorren lassen, die gegen meine armen Schläfe traf.«
»Das soll unsere Sorge sein, ihm das zu besorgen,« lachte Morris. »Hier auf der Insel haben wir ihn sicher, und er kann uns nicht entgehen.«
»Und wißt Ihr, wo Ihr ihn findet?« frug da Lloko plötzlich, während ihr dunkles Auge rasch und forschend von einem der Männer zum Andern flog.
»Ich denke ja,« erwiderte Tolmer, »er wird wohl am Torrensberg wieder zu seinen Freunden geflohen sein.«