»Hallo, was ist das?« riefen diese, die Augen aufreißend, »wo kommt das auf einmal her?«
»Aus der Pfanne da«, lachte Jones.
»Aus der einen Pfanne? – ich dachte es wäre Nichts darin?«
»Nichts drin? – weil ich es dem Alten nicht auf die Nase gebunden habe?« – lachte aber der Steuermann höhnisch. – »Jungens, in der Grube hier steckt unser Glück. In der einen Pfanne voll, die ich nur hier oben weggenommen, lagen wenigstens vier oder fünf Unzen Gold, und wenn Ihr das dem Rheder, der daheim in London mit den Händen in den Taschen sitzt, in den Hals stopfen wollt, so hab ich Nichts dagegen; ich mache mit, was Ihr beschließt, aber wenn Ihr meinem Rath folgt, so behalten wir das, was wir hier aus der Grube, und vielleicht aus der nächsten nehmen für uns, und suchen uns in den Bergen dann einen andern Platz, wo wir weiter arbeiten. Finden wir aber hier schon, was wir brauchen, und was ich jetzt fast glaube, so gehen wir nach England zurück und leben dort wie die großen Herren.«
»Ich bin dabei«, sagte Bob, ein junger Bursche von neunzehn Jahren, den der Glanz des Goldes und die Aussicht auf so raschen und unerwarteten Reichthum geblendet hatte. »Hols der Teufel, die Sklaverei für andere Leute hätt' ich überdies dick und übersatt.«
»Erst wollen wir sehen, was wir finden«, bemerkte indessen Ned, der dritte von ihnen, vorsichtig. »Es kann auch sein, daß der ganze Reichthum hier unten zufällig in dem einen kleinen Nest gelegen hat, und damit ist uns dann auch so gut wie Nichts gedient. Darin bin ich übrigens mit Euch einverstanden – finden wir etwas Ordentliches, dann kneifen wir zusammen aus, und der Alte mag uns dann, wenn er wieder nach Hause fährt, beim Rheder »krank« melden.«
»Was wir ihm gekostet haben, ist lange abgezahlt,« setzte Bob hinzu, »und Gewissensbisse brauchen wir uns darüber nicht zu machen.«
»Gewissensbisse?« lachte Jones, »zum Teufel noch einmal, was hier in der Erde liegt, gehört dem »ehrlichen Finder«, der nirgend in der Welt gebeten wird, das Verlorene gegen eine gute Belohnung in der Expedition dieses Blattes wieder abzugeben – wie sie's in den Zeitungen am Land immer haben, und wenn das Schicksal absolut will, daß wir reiche und angesehene Leute werden und in Kutschen fahren sollen, dann wär' es mehr als albern von uns, wenn wir uns mit Händen und Füßen dagegen wehrten. Das hieße nachher nicht mehr Ehrlichkeit, das hieße Dummheit, und der Rheder selber wäre der Erste, der uns heimlich dafür auslachte.«
Er hatte sich indessen niedergebückt, und mit seinem Messer in der Erde herumgestochert, als er plötzlich einen kaum unterdrückten Schrei ausstieß und ein Stück Gold von wenigstens sieben oder acht Unzen Schwere zu Tage brachte.
Die Aufregung, in der sich die drei Menschen jetzt befanden, war unbeschreiblich. Mit vor Eifer zitternden Händen gingen sie daran, die wirklich ungemein goldreiche Erde auszuwaschen, und in kaum einer Stunde hatten sie ihren großen Blechbecher bis zum Rand mit dem kostbaren Metall gefüllt. Vor allen Dingen galt es jetzt aber dem wahrscheinlich bald zurückkehrenden Capitän den Fund zu verheimlichen, und das Gold wurde deshalb in einer Ecke der Grube versteckt und mit einem Stein und dann mit Erde bedeckt. Nur ein paar Körner ließen sie im Becher zurück und wuschen dann weiter.