»Nun,« sagte er, als er den Boden berührte und sich gegen den Buschrähndscher umdrehte, »ist das ein Empfang? Ihr habt doch von mir wahrhaftig nichts zu fürchten. Seht Ihr denn nicht, daß ich unbewaffnet bin?«
»Auswendig, ja,« lachte Rothkopf, »doch das Andere wollen wir nachher untersuchen. Jetzt vor allen Dingen, wie kommt Ihr auf den Baum, und was habt Ihr da oben gesucht? – etwa Vogelnester ausgenommen?«
Tolmer blieb nur eine einzige Ausflucht. Natürlich trug er keine Uniform, sondern seine alten Buschkleider, die durch die Känguruhdornen überdies arg mitgenommen waren. So glich er denn allerdings eher selber einem Buschrähndscher, als einem Polizeiofficianten, und das zu benutzen, war jetzt seine Sorge.
»Wenn Ihr das von mir erfahren wollt,« erwiderte er deßhalb mit angenommener Ruhe, »so gebt mir erst etwas zu essen, denn wenn ein Mensch, wie ich, tagelang in dem verdammten Busch da drüben am festen Lande umhergehetzt und dann in See beinahe verhungert und verdurstet ist, nur um die Insel hier zu erreichen, hat er nicht viel Kräfte mehr übrig, und braucht eine Stärkung. Habt Ihr einen Schluck Brandy?«
»Nicht einen Tropfen. Aber wer hat Euch gehetzt, mein Bursche,« setzte er hinzu, und betrachtete sich den Fremden aufmerksam vom Kopf bis zu den Füßen – »ich dächte doch, die Buschrähndscher sind drüben ziemlich dünn geworden, seit wir fort sind.«
»Wer? – nun die verdammte Polizei!« sagte Tolmer ärgerlich.
»Oh, die habt Ihr hinter Euch gehabt? ja das kann ich mir denken,« lachte der Buschrähndscher, »Mr. Tolmer soll ein trefflicher Führer sein.«
»Wer?« sagte Tolmer mit angenommenem Erstaunen.
»O, Ihr kennt den Mann wohl nicht,« meinte Rothkopf trocken, »schade, daß ich keinen Spiegel hier habe, ich könnte Euch sonst eine vortreffliche Beschreibung seiner Person geben.«
»Einen Spiegel?« sagte Tolmer, und fast unwillkürlich suchte seine Hand das versteckte Pistol, denn einmal erkannt, wußte er sich auch verloren.