»Laßt die Waffen nur stecken, Mr. Tolmer,« sagte da Rothkopf, in aller Ruhe die Hähne seines eigenen Gewehres in Ruhe setzend, und dem Polizeibeamten fest in's Auge schauend, »Ihr seht, ich kenne Euch, und schieße Euch weder über den Haufen, noch rufe ich meine Leute, daß sie sich vielleicht einen besonderen Spaß mit Euch machten. Aber – die Wahrheit ist, Ihr kommt mir da wie gerufen, und dem allein habt Ihr's auch zu danken, daß ich Euch nicht gleich, wie wir hier ankamen, und ich Euch im Baum bemerkte, eine Ladung Posten durch den Leib jagte.«

»Und wenn ich nun nicht jener Tolmer wäre?« sagte dieser.

»Beruhigt Euch darüber,« erwiderte ihm der Räuber, »ich habe Euch einmal gesehen, als ich vor vier Jahren, gerade frisch eingefangen, vor Euch gebracht wurde, und ein verdammt gutes Gedächtniß für alte Bekannte. Doch zur Sache. Ihr seid nach Känguruh-Insel gekommen, um unsern »Gentleman« John einzufangen, wie?«

»Ja,« sagte Tolmer nach kurzem Zögern mit entschlossener Stimme – »zum Henker noch einmal, ich sehe jetzt keinen Grund mehr, Euch ein Geheimniß daraus zu machen.«

»Gesprochen wie ein Mann,« lachte der Buschrähndscher, »aber – ich kann mir nicht gut denken, daß Ihr die »Kleinigkeit« allein solltet unternommen haben.«

»Ich habe Hülfe« erwiderte Tolmer, aber doch nicht ohne einiges Zögern.

»Bei der Hand?«

»Nicht weit.«

»Hm,« sagte der Buschrähndscher, »aber Ihr wißt, wie ungewiß Euer Erfolg ist, wenn John den geringsten Verdacht schöpft.«

»Allerdings,« erwiderte Tolmer, der den Plan des Burschen jetzt leicht durchschaute, und freier Athem schöpfte, »aber Ihr wißt auch, welchen Preis die Regierung dem zugedacht hat, der uns den Verbrecher überliefern hälfe. Fort könnt Ihr nicht mehr; der Schooner ist schon beobachtet und kann nicht mehr auslaufen, und die Insel hier nicht groß genug, Euch lange Zuflucht zu gewähren.«