»Um Gottes Willen, Caspar!« rief sie, »was war das? Was ist vorgefallen? Was hattest Du mit dem Mann?«
»Was ich mit dem Mann hatte?« sagte Bockenheim, der mit untergeschlagenen Armen und zusammengezogenen Brauen finster brütend mitten in der Stube stand. »Nichts – gar Nichts! Ein Betrüger war es, der Geld von mir erpressen wollte – aber wenn er mir wieder kommt – beim ewigen Gott – –«
Die Frau hatte ängstlich zu ihm aufgeschaut.
»Und kanntest Du den Mann gar nicht? – Hast Du ihn nie früher gesehen oder mit ihm gesprochen?«
»Nie – der Henker soll all' das mexikanische Gesindel kennen, das sich in Kalifornien in den Minen herumtreibt!«
»Und was verlangte er von Dir?«
»Ach, Unsinn,« erwiderte mürrisch, aber doch ausweichend der Mann, »er – er wollte nur Geld geborgt haben.«
»Er sprach von einem Todtschlag,« flüsterte die Frau.
»Bah – Geschwätz – laß mich mit dem Blödsinn zufrieden!« rief Bockenheim. »Der Kerl ist verrückt, und, wahrscheinlich ohne Centabo aus den Minen zurückgekehrt, hat er vielleicht hier gehört, daß ich Glück dort oben gehabt, und will mir nun ein paar hundert Dollars abschwindeln. Aber verdamm mich! er ist an den Unrechten gekommen. Wo hat er Beweise? – Nichts – gar nichts – es ist Nichts, als niederträchtige gemeine Lüge – weiter Nichts,« und damit verschränkte er die Arme wieder und ging mit raschen, unruhigen Schritten in dem so behaglich eingerichteten Zimmer auf und ab.
Die Frau hatte, während ihr Mann sprach, keinen Blick von ihm verwandt, und eine unsagbare Angst ergriff ihr Herz. Aber es war nicht die Furcht, daß ihr Mann ein Verbrechen verübt haben, sondern die, daß es entdeckt werden könne, und mit leiser Stimme sagte sie endlich: