»Laß uns fort von hier, Caspar – ich habe Dich schon lange darum gebeten; wärst Du mir nur gefolgt.«
»Ja, und eben weil ich Dir gefolgt bin, können wir es jetzt nicht,« knurrte Bockenheim ärgerlich, »denn den ganzen Plunder, den ich mir Deinetwegen angeschafft, kann ich nicht auf den Buckel nehmen.«
»So laß die Sachen hier! – Was liegt daran? Gieb Jemand den Auftrag, sie unter der Hand oder auf Auktion zu verkaufen. – Uebermorgen geht der Dampfer nach Panama – übermorgen können wir weit draußen in See schwimmen und wieder nach Deutschland fahren, und dorthin kommt der freche Bursche gewiß nicht.«
»Hm,« sagte Bockenheim, der, während die Frau sprach, leise vor sich hin mit dem Kopf genickt hatte, »das ginge vielleicht – aber wenn er mich hier verklagt?«
»Bah, Du kennst doch die peruanischen Richter,« lachte die Frau, »und dann wäre es doch wahrhaftig schlimm, wenn jeder Lump da ohne Beweise, ohne Zeugen herkommen und einen ehrlichen Mann eines Verbrechens anklagen könnte, das er tausend Meilen von hier entfernt begangen haben soll. Es ist kein Sinn und Verstand darin.«
Bockenheim war wieder eine Weile in dem Zimmer auf und ab gelaufen und schien noch nicht mit sich im Reinen.
»Und wenn Du meinem Rath folgst,« sagte die Frau, die ihre Sinne wenigstens vollkommen beisammen hatte, »so gehst Du jetzt vor allen Dingen augenblicklich selber auf die Polizei und machst die Anzeige, daß ein mexikanischer Strolch, der wahrscheinlich davon gehört hätte, daß Du Lima mit dem nächsten Dampfer verlassen wolltest – verstehst Du mich? – zu Dir gekommen wäre und gesucht hätte, ein paar hundert Dollars von Dir zu erpressen.«
»Hm – und dann?«
»Nun, dann bittest Du den Direktor oder wie der Beamte heißt, ein wachsames Auge auf den Burschen zu haben; denn Du fürchtetest, daß er Dir nach dem Leben trachte, weil Du ihn so grob abgewiesen.«
»Er wird mir sagen, daß ihn das nichts anginge.«