Jenkins, ebenfalls gewarnt, hatte aber sein Haus und seine Familie nicht verlassen wollen und nur ein paar Büchsen bereit, um ebenfalls bei einem Einbruch die Zähne zu zeigen. Außerdem hielten zwei handfeste Hunde den Platz in der Nacht vor einem Ueberfall gesichert und kamen die Räuber in zu großer Menge, dann hatte er immer noch Zeit, sich, von den Hunden gedeckt, nach seinem großen, bereit liegenden Canoe zurückzuziehen. Betsy verstand übrigens ebenfalls eine Waffe zu führen, und ihrer zwei waren sie der Bande auch schon eher gewachsen.
Jenkins selber, den Kopf in die Hand gestützt, saß eines Morgens an seinem Frühstückstisch. Er dachte an den eigenen Sohn, von dem er so lange keine Nachricht gehabt, und an das Schicksal des armen Klingelhöffer, und das Herz war ihm übervoll.
Betsy war draußen an der Landung gewesen, und hatte eben noch den Strom hinabgesehen, wo sich wieder eins der kleinen Dampfboote gegen die Fluth abmühte und dabei nur langsamen Fortgang machte.
»Das Boot kommt, Vater,« sagte sie, als sie die Schwelle des Hauses betrat; »es hat jetzt wohl eine Stunde da unten festgesessen, ist aber wieder flott geworden. Vielleicht bringt es Briefe von Jim mit.«
Der alte Mann seufzte und reichte ihr eine Zeitung hin.
»Da lies,« sagte er – »das ganze Blatt enthält fast weiter nichts als Todtenlisten und Angaben von den 2000 – oder gar 3000 Vermißten – armen Teufel, die nach der Schlacht elend im Walde umgekommen und von den Wölfen gefressen wurden. Armer Jim! wer weiß, wo ihn sein Schicksal erreicht hat, und ob wir uns je wiedersehen werden.«
»Hallo the house!« rief da plötzlich eine Stimme und als die Hunde wie immer, wüthend anschlugen und Betsy in die Thür trat, um zu sehen wer da das Haus anrief, bemerkte sie einen einzelnen Reiter draußen an der Fenz, einen Fremden, den sie nicht kannte und der jetzt den Hut gegen sie lüftete und anfrug, ob Mr. Jenkins zu Hause wäre.
Der Mann war in der gewöhnlichen Tracht der Backwoodsmen gekleidet, trug aber keine Waffe und sah aus wie ein Ansiedler aus irgend einer anderen Range, der vielleicht seinen Weg verfehlt hatte, oder auch von dem eigentlichen Pfad abgeritten war, um ein Frühstück zu erbitten. Es kam das ja gar nicht so selten vor, denn das nächste Haus an der Straße von dort ab war noch wenigstens sieben Miles entfernt.
»Steigen Sie ab Sir,« sagte das junge Mädchen, der Gastfreundschaft des Landes folgend, indem sie die Hunde zurücktrieb, »Vater ist im Haus, wenn Sie ihn sprechen wollten.«
»Danke,« sagte der Fremde, indem er etwas schwerfällig aus dem Sattel stieg und der Einladung Folge leistete. – »Dann bin ich den weiten Weg doch nicht umsonst gekommen. Kann ich ihn vielleicht einmal sehen?«