»Hallo mein junger Bursch! so allein hier im Haus? Ist denn das ganze Nest ausgeflogen, und hältst Du Haus allein?«
Bill war todtenblaß geworden – er zitterte an allen Gliedern, aber es war keine Furcht mehr, die des Knaben Herz im entscheidenden Augenblick beschlich, wenn sich auch zuerst wohl ein scheuer Schreck mit dem Gefühl mischte. Es war das Bewußtsein, daß die Entscheidung gekommen; die Fremden aber nahmen es selbstverständlich für die natürliche Furcht des Kindes und achteten nicht weiter darauf, ja suchten den Knaben eher zu beruhigen, damit er ihnen Rede und Antwort stände.
»Na fürchte Dich nicht,« fuhr der Mann fort, der ihn zuerst angeredet hatte und in dem Bill jetzt augenblicklich den Schurken Hendricks erkannte. »Wir wollen Dir ja Nichts thun, sondern uns nur nach Mr. Boyles erkundigen. Hat er sich versteckt? – Ist es Dein Vater, mein Junge?«
»Nein,« sagte Bill, der nicht gleich wußte, wie er auf die Frage antworten sollte – aber es war gut gewesen, daß er sie verneint hatte, denn ein Anderer antwortete für ihn.
»Ist denn der nicht ein Junge von Jenkins über dem Fluß drüben?« rief der, und als Bill zu ihm aufsah, erkannte er Auburn's Neger, der manchmal drüben bei ihnen gewesen war, um nach Vieh zu sehen, das Auburn auch auf jener Seite laufen hatte.
»Gewiß bin ich's,« sagte Bill, der in dem Augenblick blutroth wurde.
»Und was machst Du hier drüben, mein Bursch?« frug Hendricks, der ihn jetzt ebenfalls erkannte.
Bill war durch seinen Bruder auf diese mögliche Frage vorbereitet worden, und antwortete wohl scheu, aber doch bestimmt: »Den Vater haben böse Menschen todtgeschossen, Schwester und Mutter sind fortgegangen nach Perryville und da hat mich Mr. Boyles seit etwa acht Tagen zu sich genommen, bis die Jayhawker aus der range vertrieben sind.«
»So?« lachte Hendricks – »also in Perryville ist Deine Schwester?«
»Ja, aber mit dem ersten Soldatenzug, der wieder die Straße herabkommt, geht sie nach Little Rock.«